LAG Berlin - Beschluß vom 26.04.1993
9 Ta 7/93
Normen:
ArbGG § 2 Abs. 1 Nr. 3 a § 48 Abs. 1 § 78 ; DDR: AGB § 38 ; DDR: RiG § 9 §§ 11 ff. §_45_Abs. 1 ; Einigungs-Vertrag Anlage I Kap. III Sachgeb. A Abschn. III Nr. 8;
Fundstellen:
NJ 1993, 574
NZA 1993, 958
RAnB 1993, 137
Vorinstanzen:
ArbG Berlin - 22 Ca 35.392/92 - v. 26.3.1993,

Arbeitsgerichtsverfahren: Besetzung des Beschwerdegerichts; Rechtsweg: Status von Richtern der ehemaligen DDR

LAG Berlin, Beschluß vom 26.04.1993 - Aktenzeichen 9 Ta 7/93

DRsp Nr. 1993/4306

Arbeitsgerichtsverfahren: Besetzung des Beschwerdegerichts; Rechtsweg: Status von Richtern der ehemaligen DDR

»1. Über eine sofortige Beschwerde nach § 17 a Abs. 4 Satz 3 GVG entscheidet das Landesarbeitsgericht ohne Beteiligung der ehrenamtlichen Richter. 2. Berufsrichter der ehemaligen DDR waren Arbeitnehmer, so daß für Streitigkeiten aus diesem Rechtsverhältnis der Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitssachen eröffnet ist.

Normenkette:

ArbGG § 2 Abs. 1 Nr. 3 a § 48 Abs. 1 § 78 ; DDR: AGB § 38 ; DDR: RiG § 9 §§ 11 ff. §_45_Abs. 1 ; Einigungs-Vertrag Anlage I Kap. III Sachgeb. A Abschn. III Nr. 8;

Sachverhalt:

Der Bekl. war vor dem 3.10.1990 als Richter am ehemaligen Stadtbezirksgericht Berlin-Mitte tätig. Mit dem 3.10.1990 gingen die früheren Ostberliner Gerichte gemäß Anlage I zum Einigungsvertrag, Kapitel III, Sachgebiet A, Abschnitt IV in Verbindung mit dem Gesetz über die Zuständigkeit der Berliner Gerichte vom 25.9.1990 (GVBl. S. 2076) als organisatorische Einheit zusammen mit der Staatlichkeit der DDR unter.

Für die Monate Oktober und November 1990 erhielt der Bekl. der Höhe nach diejenigen Bezüge, die er im September 1990 erhalten hatte, während er ab 3.10.1990 an sich Wartegeld aufgrund der Regelung des Einigungsvertrages zu erhalten gehabt hätte. Ab Januar 1991 erhielt der Bekl. fortlaufend Wartegeld in Höhe von monatlich 1.250,-- DM.