Die rechtliche Projektsteuerung

Es geht hier um nicht mehr und nicht weniger als die Hebung eines verborgenen Schatzes zum Wohl aller Baubeteiligten durch Vermeidung von Streit und Konflikten.

In zweiter Linie geht es um den Vorteil der außergerichtlichen Lösung von Streitigkeiten, und erst dann geht es um die (sich allerdings sehr häufig stellende) Frage, ob noch etwas gerettet werden kann durch die erfolgreiche Austragung eines Streits, notfalls vor Gericht.

Bauen ist deshalb sehr konfliktträchtig, weil es in kurzer Zeit um sehr hohe Umsätze = Geldbeträge geht, wobei die Margen insbesondere, aber nicht nur, für die ausführenden Firmen oft sehr gering sind. Das wirtschaftliche Risiko aller Baubeteiligten ist hoch, und die Folgen auch kleiner Fehler oder Streitigkeiten können immens sein.

Ein weiterer Konflikttreiber ist der Umstand, dass es sehr viele Beteiligte am Bau gibt, die sich miteinander koordinieren müssen und in ihren Leistungen voneinander abhängen. Das Potential für Missverständnisse ist dabei endlos. Und schließlich gibt es die Einflüsse von außen durch Baukunst, Wetter, Nachbarn oder Behörden.

Nun können die Baubeteiligten, egal ob Investoren oder Bauherrn oder ausführende Firmen oder Planer, das durch Gesetzgebung und durch die Konjunktur geschaffene Spielfeld nicht beeinflussen. Ein großes Problem der Bauwirtschaft ist, dass es immer entweder zu viel oder zu wenig Arbeit gibt, und alles, was "zu" ist, ist eben schlecht.