Beweislast und Beweismittel

Die Beweislast folgt grundsätzlich der Darlegungslast. Wer eine Rechtsfolge für sich in Anspruch nimmt, muss die rechtsbegründenden und rechtserhaltenden Tatsachen nicht nur behaupten, sondern auch beweisen, wenn sie von der Gegenseite in ausreichender Form bestritten werden.

Beweislast

Vor Erlass des Urteils regelt die Beweislast, von welcher Partei das Gericht Aufklärung, Bezeichnung der Beweismittel und einen entsprechenden Kostenvorschuss für die Beweiserhebung verlangen kann; im Urteil ist die Beweislast von Bedeutung, wenn trotz Ausschöpfung aller gebotener Aufklärung der Sachverhalt ungewiss bleibt; die Folgen gehen zum Nachteil desjenigen, der die Beweislast trägt (Thomas/Putzo, 28. Aufl., Vorbem. vor § 284, Anm. 7b).

Beweiserleichterungen
Anscheinsvermutungen

Im Architektenhonorarprozess kommen dem Kläger allerdings gewisse Beweiserleichterungen in Form der Anscheinsvermutungen zugute. Diese betreffen die Vergütungsart und -höhe und den Umfang der erbrachten Leistungen, nicht jedoch den Umfang des Auftrags. Sie beruhen auf der Überlegung, dass das Architektenwerk als einheitliches Ganzes zu sehen ist und die einzelnen Leistungsphasen regelmäßig aufeinander aufbauen, also grundsätzlich die Erbringung der vorhergehenden Leistungsphase voraussetzen. Zu den Einzelheiten wird auf Teil 14/3.3.10 verwiesen.