Zum Vertragsschluss und zur Wirksamkeit des Vertrags

Im Wesentlichen kann hier auf die Ausführungen zu den Klagemustern in Teil 14/3.3.8 verwiesen werden. Besonderes Augenmerk wird der Anwalt des Beklagten auf mögliche Nichtigkeitsgründe richten.

Anfechtung des Architektenvertrags

Darf sich der Auftragnehmer "Architekt" nennen?

Ob der Kläger tatsächlich Architekt ist, d.h. die Berufsbezeichnung "Architekt" zu führen berechtigt ist, ist für die Aufklärungs- und Hinweispflichten dieses Personenkreises gegenüber ihren Auftraggebern von Bedeutung.

Aufklärungspflicht

Nach überwiegender Meinung darf der betreffende Auftragnehmer gegenüber seinen Auftraggebern nicht nur eine nicht vorhandene Architekteneigenschaft nicht vorspiegeln, er muss vielmehr darüber aufklären, dass er kein Architekt ist. Diese Aufklärungspflicht besteht auch dann, wenn der betreffende Auftragnehmer bereits zahlreiche Bauten durchgeführt hat, und auch dann, wenn dem Auftraggeber die fehlende Architekteneigenschaft bekannt war oder bekannt sein konnte (OLG Düsseldorf v. 12.12.1972, BauR 1973, 329; BauR 1993, 630 = NJW-RR 1993, 1173 ; OLG Stuttgart v. 15.06.1977, BauR 1979, 259; OLG Köln v. 15.01.1980, BauR 1980, 372; Schäfer/Finnern/Hochstein, Nr. 2 zu § 1 HOAI ; OLG Hamm v. 16.10.1986, BauR 1987, 582 ; Locher/Koeble/Frik, 11. Aufl., § 1 Rdnr. 21; Werner/Pastor, 14. Aufl., Rdnr. 619; Löffelmann/Fleischmann, 6. Aufl., Rdnr. 23 f.; einschränkend: OLG Düsseldorf v. 07.10.1980, BauR 1982, 86).