Honorarschlussrechnung, insbesondere als Fälligkeitsvoraussetzung

Fälligkeitsvoraussetzungen

Das Gesamthonorar des Architekten wird nach § 8 Abs. 1 HOAI (1996) bzw. § 15 Abs. 1 HOAI (2009) fällig, wenn

die Leistung vertragsgemäß erbracht ist und

eine prüffähige Honorarschlussrechnung erstellt und

die Rechnung dem Auftraggeber überreicht wurde.

§ 15 Abs. 1 HOAI (2013) stellt klar, dass auch die Abnahme der Architektenleistung Voraussetzung für die Fälligkeit ist.

Die Schlussrechnung ist ein echter Stolperstein für viele Honorarklagen. Insbesondere auf die Prüffähigkeit ist bei der Klagevorbereitung besonderes Augenmerk zu richten.

Prüfungsfrist: zwei Monate

Die BGH-Rechtsprechung hat hier zwar in den letzten Jahren viel zum Abbau weitverbreiteten Missbrauchs beigetragen; sie hat aber auch neue Risiken geschaffen: So muss der Auftraggeber einerseits innerhalb von zwei Monaten geltend machen, wenn eine Schlussrechnung für ihn nicht prüfbar ist, sonst ist er mit diesem Einwand ausgeschlossen und die Rechnung wird gleichwohl fällig. Erlaubt die Rechnung andererseits tatsächlich nicht festzustellen, welches Honorar dem Architekten zusteht, wird die darauf gestützte Klage als endgültig unbegründet abgewiesen. Früher führte eine nicht prüfbare Rechnung nur zur Abweisung als "derzeit" unbegründet und es konnte mit einer ordnungsgemäßen Rechnung neu geklagt werden.