Erfüllt eine E-Mail das Schriftformerfordernis eines "schriftlichen" Mängelbeseitigungsverlangens zum Neubeginn der Verjährung von zwei Jahren?

Die Problematik wurde durch den Beschluss des OLG Frankfurt vom 30.04.2012 - 4 U 269/11 , IBR 2012, 386 aufgeworfen, der hohe Wellen schlug und mit folgendem Leitsatz die Öffentlichkeit und Fachwelt überraschte:

"Eine Mängelrüge per E-Mail erfüllt nicht das Schriftformerfordernis des § 13 Abs. 5 Nr. 1 S. 2 VOB/B, sofern nicht eine qualifizierte elektronische Signatur vorliegt. Mit einer E-Mail kann deshalb die Verjährungsfrist für Mängel nicht wirksam verlängert werden."

Nach dem OLG Frankfurt in diesem Beschluss hat entsprechend der Bestimmung des § 13 Abs. 5 Nr. 1 Satz 2 VOB/B nur die schriftliche Mängelanzeige eine verjährungsverlängernde Wirkung. Ein E-Mail-Schreiben genügt den Voraussetzungen dieses Schriftformerfordernisses nicht, dies deshalb, da gem. § 126 Abs. 1 BGB die Einhaltung der Schriftform verlangt, dass eine Mängelanzeige von dem Anzeigenden eigenhändig durch Namensunterschrift oder mittels notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet werden muss. Diese Form kann zwar gem. § Abs. durch die in § geregelte elektronische Form ersetzt werden, doch hat das E-Mail-Schreiben, wie es dem OLG Frankfurt bei dieser Entscheidung vorlag, nicht diese qualifizierte elektronische Signatur gehabt. Die betreffende E-Mail konnte somit mangels "" nicht einen Neubeginn der Verjährung von zwei Jahren herbeiführen, so die Auffassung des OLG Frankfurt.