Rechtsnatur und Inhalt des Architektenvertrags

Architektenvertrag ist i.d.R. Werkvertrag
Ausnahmsweise Dienstvertrag

Nach heute h.M. ist der Architektenvertrag, der die klassischen und in den Leistungsphasen des § 15 Abs. 1 HOAI (1996) bzw. § 33 HOAI (2009)/§ 34 HOAI (2013) näher geschilderten Tätigkeiten umfasst, als Werkvertrag i.S.v. § 631 BGB einzustufen (BGH v. 26.11.1959, NJW 1960, 431 ). Dies gilt auch nach herrschender Ansicht für die Einzelleistungen, insbesondere die Bauleitung (BGH v. 07.03.1974, NJW 1974, 898 ). Dies hat sich in der Neufassung des Werkvertragsrechts durch das am 01.01.2002 in Kraft getretene Schuldrechtsmodernisierungsgesetz niedergeschlagen: § 634a BGB n.F. unterwirft ausdrücklich Planungs- und Überwachungsleistungen den Verjährungsfristen für werkvertragliche Gewährleistungsansprüche. Lediglich dann, wenn Teilleistungen aus den Leistungsphasen als Einzelleistungen in Auftrag gegeben sind, kann u.U. noch Dienstvertragsrecht zur Anwendung kommen, wenn der Architekt z.B. lediglich bei der Finanzierung des Bauvorhabens mitwirkt (Werner/Pastor, 14. Aufl., Rdnr. 680) oder ihm nur Teile der Objektbetreuung (Leistungsphase 9) übertragen werden, um den Bauherrn wegen etwaiger Mängel gegen einen Bauunternehmer zu beraten (OLG Hamm, NJW-RR 1995, 400 ).