7. Prüfungsschema für die Mandatsbearbeitung

Autor: Kraft

Bei der Bearbeitung eines Mandats mit Auslandsbezügen ist besondere Sorgfalt geboten. Grundsätzlich ist bei der Fallbearbeitung jedem Hinweis auf einen Auslandsbezug nachzugehen. Ob dieser Bezugspunkt schlussendlich für die Bearbeitung des Mandats erheblich ist, sollte erst nach systematischer Prüfung entschieden werden.

Hinweise auf Auslandsbezug

Folgende Aspekte bieten typischerweise Anlass, das Mandat auf Auslandsbezüge "abzuklopfen":

Zeitlicher Anwendungsbereich: Ist der Erbfall vor oder nach dem Geltungsbeginn der EuErbVO (17.08.2015) eingetreten?

Welche Staatsangehörigkeit besitzt der Ehegatte bzw. eingetragene Lebenspartner des Erblassers?

Hat sich der Erblasser im Ausland aufgehalten? Wo hatte er seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt?

Ist ausländisches, insbesondere Immobiliarvermögen vorhanden?

Welcher Güterstand gilt für die Ehe/eingetragene Lebenspartnerschaft?

Wurde eine Rechtswahl getroffen?

Besteht ein Bezug zu einem Staat, mit dem Deutschland ein bilaterales Abkommen auf dem Gebiet des Erbrechts getroffen hat? (Türkei, Iran, Nachfolgestaaten der UdSSR)

Hat der Erblasser nach ausländischem Recht ein Testament oder einen Ehevertrag errichtet?