OLG Hamm - Beschluss vom 04.07.2024
4 UF 35/24
Normen:
BGB § 1361 Abs. 1; BGB § 1361 Abs. 2;
Fundstellen:
NJW 2024, 3603
FuR 2025, 43
FamRZ 2025, 271
Vorinstanzen:
AG Dortmund, vom 06.02.2024 - Vorinstanzaktenzeichen 120 F 1730/22

Zumutbarkeit der Aufgabe einer selbstständigen Existenz eines Unterhaltsschuldners zugunsten einer besser bezahlten abhängigen Beschäftigung; Angemessenheit der Kosten nach der Trennung für eine Krankenversicherung

OLG Hamm, Beschluss vom 04.07.2024 - Aktenzeichen 4 UF 35/24

DRsp Nr. 2024/12815

Zumutbarkeit der Aufgabe einer selbstständigen Existenz eines Unterhaltsschuldners zugunsten einer besser bezahlten abhängigen Beschäftigung; Angemessenheit der Kosten nach der Trennung für eine Krankenversicherung

1. Dem Unterhaltsschuldner kann die Aufgabe einer selbstständigen Existenz zugunsten einer besser bezahlten abhängigen Beschäftigung zumutbar sein. 2. Etwas Anderes kann gelten, wenn gerade die Selbstständigkeit eine auf die Bedürfnisse der Kinder erforderliche Flexibilität bei den Arbeitszeiten bietet, die eine abhängige Beschäftigung nicht gewährleistet. 3. Welche Kosten nach der Trennung für eine Krankenversicherung angemessen sind, richtet sich insbesondere auch danach, wie die Kinder zu Zeiten der intakten Ehe versichert waren. 4. Der Erzielung eines höheren unterhaltsrelevanten Einkommens aus Mieteinnahmen können die Aufwendungen zur Verbesserung des Zustandes vermieteten Immobilieneigentums entgegengehalten werden. 5. Der Unterhaltsbedarf gemeinsamer Kinder leitet sich aus dem gemeinschaftlichen Einkommen beider Eltern ab. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist zu Gunsten des Unterhaltsberechtigten ein ungedeckter Naturalunterhalt der Kinder als Abzugsposition anzuerkennen.

Tenor

Die Beschwerde des Antragsgegners vom 06.02.2024 gegen den Beschluss des Amtsgerichts - Familiengericht - Dortmund vom 08.01.2024 wird zurückgewiesen.