LG Regensburg - Beschluß vom 28.12.1992
7 T 319/92
Normen:
BGB § 1896 ;
Fundstellen:
FamRZ 1993, 477

1. Bei der Betreuungsanordnung ist die konkrete Lebenssituation des Betroffenen zu berücksichtigen. Eine Betreuung darf nur für solche Angelegenheiten angeordnet werden, die im Interesse des Betroffenen nach seiner sozialen Stellung und seiner bisherigen Lebensgestaltung erledigt werden müssen. Dies ist nicht allein abstrakt nach den verbliebenen Fähigkeiten des Betreuten zu beurteilen, sondern unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalles. Die lediglich abstrakt vorhandene Unfähigkeit, bestimmte Angelegenheiten zu erledigen, kann niemals Anknüpfungspunkt für eine Betreuung sein.2. Verwaltet der Betroffene bisher sein Taschengeld oder Vermögen oder seine Sozialhilfe ordnungsgemäß, legt Rücklagen an und war sparsam, fehlt es an der Erforderlichkeit der Betreuerbestellung in diesem Bereich.3. Eine Betreuerbestellung für die Gesundheitsfürsorge kann an die fehlende Krankheitseinsicht anknüpfen. Ohne ausreichende Krankheitseinsicht wird der Betroffene nämlich nicht die notwendige Behandlung seiner psychischen Krankheit bzw. Behinderung gewährleisten oder gegebenenfalls notwendige Medikamente nicht einnehmen und von daher einer Überwachung bedürfen. Zu prüfen ist allerdings, ob sich diese fehlende Krankheitseinsicht nur auf die nervenärztliche Behandlung bezieht.

LG Regensburg, Beschluß vom 28.12.1992 - Aktenzeichen 7 T 319/92

DRsp Nr. 1995/2549

1. Bei der Betreuungsanordnung ist die konkrete Lebenssituation des Betroffenen zu berücksichtigen. Eine Betreuung darf nur für solche Angelegenheiten angeordnet werden, die im Interesse des Betroffenen nach seiner sozialen Stellung und seiner bisherigen Lebensgestaltung erledigt werden müssen. Dies ist nicht allein abstrakt nach den verbliebenen Fähigkeiten des Betreuten zu beurteilen, sondern unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalles. Die lediglich abstrakt vorhandene Unfähigkeit, bestimmte Angelegenheiten zu erledigen, kann niemals Anknüpfungspunkt für eine Betreuung sein. 2. Verwaltet der Betroffene bisher sein Taschengeld oder Vermögen oder seine Sozialhilfe ordnungsgemäß, legt Rücklagen an und war sparsam, fehlt es an der Erforderlichkeit der Betreuerbestellung in diesem Bereich. 3. Eine Betreuerbestellung für die Gesundheitsfürsorge kann an die fehlende Krankheitseinsicht anknüpfen. Ohne ausreichende Krankheitseinsicht wird der Betroffene nämlich nicht die notwendige Behandlung seiner psychischen Krankheit bzw. Behinderung gewährleisten oder gegebenenfalls notwendige Medikamente nicht einnehmen und von daher einer Überwachung bedürfen. Zu prüfen ist allerdings, ob sich diese fehlende Krankheitseinsicht nur auf die nervenärztliche Behandlung bezieht.

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

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Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“