BGH - Urteil vom 14.04.1955
4 StR 16/55
Normen:
StGB §§ 22, 23, 24, § 177 Abs. 1 ;
Fundstellen:
BGHSt 7, 296
DRsp III(310)31Nr. 14
DRsp III(310)31Nr. 17
JR 1955, 346
LM Nr. 5 zu § 177 StGB (Ls)
MDR 1955, 561
NJW 1955, 915
Vorinstanzen:
LG Hagen,

»1. Der Anstoß zum strafbefreienden Rücktritt kann auch von außen kommen. Entscheidend ist nur, ob der Täter Herr seiner Entschlüsse bleibt und die Ausführung seines Verbrechensplans noch für möglich hält, also ob er weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert, noch durch seelischen Druck (z.B. Schockwirkung) unfähig wird, die Tat zu vollbringen.2. Der Beweggrund zum Rücktritt braucht nicht sittlich billigenswert oder gar hochwertig zu sein.3. Läßt der Notzuchtsverbrecher von seinem Opfer ab, weil es ihm die freiwillige Hingabe verspricht, so kann ein strafbefreiender Rücktritt gegeben sein, wenn die Erzwingung des Beischlafs endgültig aufgegeben wird. (im Grundgedanken abweichend von RGSt 75, 393).«

BGH, Urteil vom 14.04.1955 - Aktenzeichen 4 StR 16/55

DRsp Nr. 1996/15524

»1. Der Anstoß zum strafbefreienden Rücktritt kann auch von außen kommen. Entscheidend ist nur, ob der Täter Herr seiner Entschlüsse bleibt und die Ausführung seines Verbrechensplans noch für möglich hält, also ob er weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert, noch durch seelischen Druck (z.B. Schockwirkung) unfähig wird, die Tat zu vollbringen. 2. Der Beweggrund zum Rücktritt braucht nicht sittlich billigenswert oder gar hochwertig zu sein. 3. Läßt der Notzuchtsverbrecher von seinem Opfer ab, weil es ihm die freiwillige Hingabe verspricht, so kann ein strafbefreiender Rücktritt gegeben sein, wenn die Erzwingung des Beischlafs endgültig aufgegeben wird. (im Grundgedanken abweichend von RGSt 75, 393).«

Normenkette:

StGB §§ 22, 23, 24, § 177 Abs. 1 ;

Gründe:

Der Angeklagte traf im August 1954 in den frühen Abendstunden beim Spazierengehen auf einem Waldweg die ihm bis dahin unbekannte 26 Jahre alte Hausgehilfin H., die nach Hause wollte. Nach einigen Worten umfaßte er sie und warf sie zu Boden, um mit ihr geschlechtlich zu verkehren. Er versuchte sie zu küssen und faßte ihr an die Brust. Da die Überfallene körperlich unterlegen war, setzte sie sich nicht zur Wehr. Sie forderte vielmehr den Beschwerdeführer auf, es doch nicht mit Gewalt zu versuchen. Sie sollten sich erst etwas ausruhen, und wenn er dann noch mit ihr verkehren wolle, könne er das ohne Gewalt haben. H. hoffte, hierdurch Zeit zu gewinnen und vielleicht jemand zu entdecken, den sie um Hilfe angehen konnte. Der Angeklagte ließ auf diese Worte hin von ihr ab, und beide standen auf. Da sah sie in einiger Entfernung zwei Spaziergänger. Sie rief sie um Hilfe, und der Angeklagte entfloh.

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