BGH - Urteil vom 10.06.1959
V ZR 25/58
Normen:
BGB §§ 2205 , 2216 ;
Vorinstanzen:
OLG Koblenz, vom 08.01.1958
LG Mainz,

»1. Der Testamentsvollstrecker muss, wenn Anteile an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zum Nachlass gehören, Möglichkeiten, die das Gesetz und der Gesellschaftsvertrag zur Überwachung der Geschäftsführung der Gesellschaft bieten, gewissenhaft wahrnehmen und einem zum Ausdruck gekommenen Willen des Erblassers nach einer besonderen Ausgestaltung der Kontrolltätigkeit Rechnung tragen.2. Unter besonderen Umständen kann er verpflichtet sein, an Hand der Bankauszüge oder des Hauptjournals unter Heranziehung der Belege und Unterlagen die Geschäftsführung zu überprüfen.«

BGH, Urteil vom 10.06.1959 - Aktenzeichen V ZR 25/58

DRsp Nr. 2000/8163

»1. Der Testamentsvollstrecker muss, wenn Anteile an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zum Nachlass gehören, Möglichkeiten, die das Gesetz und der Gesellschaftsvertrag zur Überwachung der Geschäftsführung der Gesellschaft bieten, gewissenhaft wahrnehmen und einem zum Ausdruck gekommenen Willen des Erblassers nach einer besonderen Ausgestaltung der Kontrolltätigkeit Rechnung tragen. 2. Unter besonderen Umständen kann er verpflichtet sein, an Hand der Bankauszüge oder des Hauptjournals unter Heranziehung der Belege und Unterlagen die Geschäftsführung zu überprüfen.«

Normenkette:

BGB §§ 2205 , 2216 ;

Tatbestand:

Die Eltern des Klägers sind seit einem Bombenangriff am 28. Juni 1943 verschollen; sie sind später für tot erklärt worden. Der Vater des Klägers war Inhaber sämtlicher Geschäftsanteile der "K & R GmbH" in Mainz, einer Gewürzmühle. Er hat durch Testament vom 22. Januar 1943 den am 18. April 1942 geborenen Kläger zu seinem alleinigen Vorerben berufen; mit Vollendung seines 25. Lebensjahres oder mit seiner Verheiratung soll der Kläger Vollerbe werden. Durch ein weiteres Testament hat der Vater des Klägers den Beklagten zum Testamentsvollstrecker mit den "weitgehendsten" Befugnissen bestimmt. Der Beklagte nahm das Amt am 27. Juni 1949 an; am 16. April 1951 überließ er die Geschäftsanteile dem Vormund des Klägers.

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