BayObLG - Beschluß vom 21.07.1988
BReg 1 a Z 20/88
Normen:
BGB § 1748 ;
Fundstellen:
FamRZ 1989, 429

»2. Kann die Einwilligung des Elternteils wegen einer besonders schweren Pflichtverletzung ersetzt werden, kommt es auf einen unverhältnismäßigen Nachteil im Fall des Unterbleibens der Adoption nicht an.«

BayObLG, Beschluß vom 21.07.1988 - Aktenzeichen BReg 1 a Z 20/88

DRsp Nr. 1996/23282

1. Wenn der Ehegatte des sorgeberechtigten Elternteils ein Kind aus dessen Ehe adoptieren will, ist bei der Feststellung des unverhältnismäßigen Nachteils im Sinne des § 1748 Abs. 1 BGB unter anderem zu berücksichtigen, wie lange die neue Ehe bereits besteht und wie lange das Kind sich noch im neuen Familienverband unter elterlicher Sorge befinden wird. Je kürzer die Zeitspanne bis zur Volljährigkeit ist, um so geringer wird der Nachteils sein, der aus einem Unterbleiben der Adoption droht, da das Kind mit dem Erreichen der Volljährigkeit selbst einen Adoptionsantrag stellen kann.

»2. Kann die Einwilligung des Elternteils wegen einer besonders schweren Pflichtverletzung ersetzt werden, kommt es auf einen unverhältnismäßigen Nachteil im Fall des Unterbleibens der Adoption nicht an.«

Normenkette:

BGB § 1748 ;
Fundstellen
FamRZ 1989, 429

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Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
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Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“