4.6 Berechnungsweise

Autor: Diehl

Der Unterhaltsanspruch nach § 1615l BGB berechnet sich wie folgt:

Berechnungsschritte

1.

Zunächst ist der Bedarf zu bestimmen. Anzusetzen ist regelmäßig das Einkommen vor der Geburt, mindestens der Mindestbedarf der maßgeblichen OLG-Leitlinien (zzt. i.d.R. 960 Euro). Nur dann, wenn sich der Bedarf an eventuellen Ehegattenunterhaltsansprüchen orientiert, kann er auch unter 960 Euro absinken.

2.

Von diesem Bedarf ist das derzeitige gesetzliche Nettoeinkommen, bereinigt um die Werbungskosten, Krankenvorsorgeaufwendungen und ggf. Kinderbetreuungskosten - soweit kein Mehrbedarf des Kindes besteht -, abzuziehen. Unter Umständen kann bei überobligatorischer Erwerbstätigkeit ein Anteil des verbleibenden Einkommens nach § 1577 Abs. 2 BGB analog anrechnungsfrei bleiben. Ein Erwerbstätigenbonus ist nicht abzuziehen.

3.

Das unterhaltsrechtlich bereinigte Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen ist zu bestimmen.

4.

Von diesem sind Unterhaltszahlungen, die an vorrangige Kinder erbracht werden, abzuziehen, und zwar in Höhe des Zahlbetrags.

5.