7. Übersicht behalten: Führen einer umfangreichen Familienakte

Autor: Mainz-Kwasniok

Besonderheiten der Aktenführung in Familiensachen

Zu Beginn eines familienrechtlichen Mandats ist zumeist noch nicht absehbar, welche Regelungsgegenstände im (möglicherweise langjährigen) Verlauf Akteninhalt werden. Im Nachhinein wird sich oft herausstellen, dass das Gesamtpaket "Familiensache" ein Konglomerat unterschiedlichster Teilmandate war, deren einzige Gemeinsamkeit der Anlass ist, nämlich das Scheitern einer Ehe.

In anderen Rechtsgebieten erfolgt die Aktenführung regelmäßig im Wege des Abheftens in zeitlicher Reihenfolge ohne Rücksicht auf den Inhalt der Schreiben. Einige Kanzleien unterscheiden dabei noch nach dem Adressat bzw. Absender des Schreibens und unterteilen die Akten nach Korrespondenz mit dem Gericht, mit dem Gegner und mit dem Mandanten.

In einer umfangreichen Familiensache jedoch wird diese Methode des Abheftens früher oder später dazu führen, dass der Anwalt in seiner Akte nichts mehr wiederfindet. Gemeint sind damit nicht die Familiensachen, die nach einer Erstberatung in eine unstreitige Scheidung münden und nach Klärung der Rentenversicherungskonten und rechtskräftiger Scheidung wieder enden. Gemeint sind die Akten, in denen zunächst beratend, später außergerichtlich korrespondierend und letztlich gerichtlich mehrere der typischen familienrechtlichen Angelegenheiten Gegenstand werden.

Familiensachen neigen der Natur nach zu Unübersichtlichkeit, so dass bietet, keine Lösung.