8. Entlastung des Rechtsanwalts im Scheidungsverfahren

Autor: Mainz-Kwasniok

Bestandteile eines Scheidungsantrags

Ein Scheidungsantrag ohne Folgesachen setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Informationen zusammen:

1.

Statusangaben der Eheleute, wie sie sich aus der Heiratsurkunde ergeben;

2.

Statusangeben der ehelichen Kinder, wie sie sich aus deren Geburtsurkunden ergeben;

3.

Datum des Beginns des Getrenntlebens und Herbeiführung der Trennung (wer zog aus?). Beides hat der Mandant in den Mandantenfragebogen eingetragen (bei Trennung nach der Erstberatung hat der Anwalt dies nachgetragen);

4.

letzter ehelicher Wohnsitz, der sich aus dem Mandantenfragebogen ergibt;

5.

Antwort auf die Frage, ob es bereits Regelungen zu Folgesachen gibt;

6.

Hinweis, ob ein VKH-Antrag in Betracht kommt - den gibt der Rechtsanwalt.

Standardisierte Textbausteine

Der weiter erforderliche Inhalt eines Scheidungsantrags besteht aus standardisierten Textbausteinen. Der Rechtsanwalt, der diese Textbausteine in sein Computersystem eingepflegt hat, kann jeden seiner Mitarbeiter, der auch nur das Textverarbeitungsprogramm bedienen kann, mit der Erstellung des Scheidungsantrags betrauen. Dafür bedarf es keines anwaltlichen Zutuns, nicht einmal eines kurzen Diktats.

Als Textbausteine zur Auswahl sollten dem Sekretariat bereitstehen:

Scheidung nach mehr als einjähriger Trennung/Härtefall vor Ablauf des Trennungsjahres

mit Kindern/ohne Kinder

mit Vereinbarung über Folgesachen/ohne Vereinbarung über Folgesachen