OLG Hamm - Beschluß vom 17.12.1992
2 UF 271/92
Normen:
BGB § 1634 Abs. 1, 2 ;
Fundstellen:
FamRZ 1994, 57
NJW-RR 1993, 1095

Ausschluß (Aussetzung) des Umgangsrechts:a. Soweit das Kind den Umgang mit dem nichtsorgeberechtigten Elternteil ablehnt, ist es Aufgabe des Familiengerichts, die Gründe für diese Einstellung zu ermitteln und sie in seine Entscheidung einzubeziehen. Dabei sind der Wille des Kindes im Rahmen seines wohlverstandenen Interesses und das Interesse des um die Regelung nachsuchenden Elternteils gegeneinander abzuwägen.b. Bedeutsam für einen Ausschluß des Umgangsrecht eines Elternteils ist stets, ob die Einstellung des Kindes auf subjektiv beachtlichen und verständlichen Beweggründen beruht; ferner kommt es darauf an, ob eine dem Willen des Kindes zuwiderlaufende Ausübung des Umgangsrecht zu einer Gefährdung seiner Persönlichkeitsentwicklung führen könnte. Lehnen 8 und 11 Jahre alte Kinder nach Scheidung ihrer Eltern jeglichen Umgang mit ihrem (nichtsorgeberechtigten) Vater ab, indem sie ständig von neuem wiederholen, ihn nie mehr wiedersehen zu wollen, können sie aber ihre negative Haltung gegenüber dem Vater nicht begründen, so erscheint ein - auch nur vorübergehender - Ausschluß des Umgangsrechts nicht gerechtfertigt.

OLG Hamm, Beschluß vom 17.12.1992 - Aktenzeichen 2 UF 271/92

DRsp Nr. 1994/10357

Ausschluß ("Aussetzung") des Umgangsrechts: a. Soweit das Kind den Umgang mit dem nichtsorgeberechtigten Elternteil ablehnt, ist es Aufgabe des Familiengerichts, die Gründe für diese Einstellung zu ermitteln und sie in seine Entscheidung einzubeziehen. Dabei sind der Wille des Kindes im Rahmen seines wohlverstandenen Interesses und das Interesse des um die Regelung nachsuchenden Elternteils gegeneinander abzuwägen. b. Bedeutsam für einen Ausschluß des Umgangsrecht eines Elternteils ist stets, ob die Einstellung des Kindes auf subjektiv beachtlichen und verständlichen Beweggründen beruht; ferner kommt es darauf an, ob eine dem Willen des Kindes zuwiderlaufende Ausübung des Umgangsrecht zu einer Gefährdung seiner Persönlichkeitsentwicklung führen könnte. Lehnen 8 und 11 Jahre alte Kinder nach Scheidung ihrer Eltern jeglichen Umgang mit ihrem (nichtsorgeberechtigten) Vater ab, indem sie ständig von neuem wiederholen, ihn nie mehr wiedersehen zu wollen, können sie aber ihre negative Haltung gegenüber dem Vater nicht begründen, so erscheint ein - auch nur vorübergehender - Ausschluß des Umgangsrechts nicht gerechtfertigt.

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Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
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