OLG Frankfurt/Main - Beschluss vom 21.12.2007
2 UF 290/07
Normen:
BGB § 1779 ; GG Art. 6 ;
Vorinstanzen:
AG Kassel, - Vorinstanzaktenzeichen 511 F 1507/07

Auswahlrecht des sorgeberechtigten Vaters zur Bestimmung des Vormunds trotz dessen Verantwortlichkeit für die Tötung der Kindesmutter

OLG Frankfurt/Main, Beschluss vom 21.12.2007 - Aktenzeichen 2 UF 290/07

DRsp Nr. 2008/5701

Auswahlrecht des sorgeberechtigten Vaters zur Bestimmung des Vormunds trotz dessen Verantwortlichkeit für die Tötung der Kindesmutter

»Bei der Auswahl des Vormundes nach § 1779 BGB ist der Wille des ursprünglich sorgeberechtigten Vaters nicht deshalb unbeachtlich, weil er für die Tötung der Mutter verantwortlich ist, denn durch die Tat werden ihm nicht die in Art. 6 GG verbrieften Elternrechte genommen.«

Normenkette:

BGB § 1779 ; GG Art. 6 ;

Entscheidungsgründe:

I.

Mit Beschluss vom 8. August 2007 hat das Amtsgericht - Familiengericht - Kassel dem Beschwerdeführer die elterliche Sorge für das betroffene Kind AD entzogen und Amtsvormundschaft angeordnet.

AD ist das Kind aus der Beziehung des 1980 geborenen Beschwerdeführers mit Frau BD, geboren am ...1987. In der Beziehung kam es seit 2005 zu Auseinandersetzungen. Während der Schwangerschaft hatten sich die Eltern getrennt, jedoch nach der Geburt des Kindes wieder zueinander gefunden und eine gemeinsame Sorgeerklärung abgegeben. Die Eltern wohnten von Juli 2006 bis November 2006 zusammen. Die Kindesmutter, die aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit ihren geschiedenen Eltern seit dem 3. November 2003 in einer Jugendhilfeeinrichtung gelebt hatte, stand auch nach der Gründung des gemeinsamen Haushalts in ständigem Kontakt mit der Jugendhilfeeinrichtung. Diese bot dem jungen Paar nach der Trennung im November 2006 auch Hilfestellung bei der Organisation von Umgangskontakten des Kindesvaters mit A. So sah ihn der Beschwerdeführer auch nach dem Auszug aus dem mütterlichen Haushalt mehrmals wöchentlich und beaufsichtigte das Kind auch zu Hause.

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