OLG Celle vom 23.07.1984
12 UF 97/84
Normen:
BGB § 1671 Abs.2, § 1672 ;
Fundstellen:
DRsp I(167)322d
FamRZ 1984, 1035

Beurteilungskriterien für die Sorgerechtsübertragung auf einen Elternteil bei Getrenntleben der Eltern (hier: im Falle eines dreieinhalb Jahre alten Kindes).

OLG Celle, vom 23.07.1984 - Aktenzeichen 12 UF 97/84

DRsp Nr. 1992/7685

Beurteilungskriterien für die Sorgerechtsübertragung auf einen Elternteil bei Getrenntleben der Eltern (hier: im Falle eines dreieinhalb Jahre alten Kindes).

Normenkette:

BGB § 1671 Abs.2, § 1672 ;

"... Maßgebend für die Entscheidung, welchem Elternteil [für die Zeit des Getrenntlebens] das Sorgerecht zuzusprechen ist, ist gemäß §§ 1672 , 1671 Abs. 2 BGB das Wohl des Kindes. [Folgt Hinweis auf § 1 Abs. 1 JWG.] .. Abzustellen ist darauf, wie die bestmögliche Entwicklung des Kindes gewährleistet werden kann. Dabei sind die Persönlichkeit und die erzieherische Eignung der Eltern, ihre Bereitschaft, Verantwortung für das Kind zu tragen, und die Möglichkeit der Unterbringung und Betreuung zu berücksichtigen. Dabei haben Vater und Mutter gleiche Rechte. Alter und Geschlecht des Kindes können jedenfalls ein Vorrecht des einen oder anderen Elternteils nicht begründen (vgl. BayObLG, FamRZ 75, 226). Dementsprechend gibt es auch keinen allgemeinen Erfahrungssatz, daß ein 3 1/2 Jahre altes Kind eher zur Mutter gehört. Vielmehr ist stets im Einzelfall zu entscheiden, welcher Elternteil als stabile Bezugsperson das größtmögliche Maß an Geborgenheit gewährleisten kann. Denn wesentlicher Faktor bei der Entwicklung eines Kindes ist die Kontinuität der Umgebung und der Betreuung. Daher ist insbesondere auch die zukünftige Entwicklung zu berücksichtigen. Zeitlich begrenzte Faktoren, wie etwa dem gegenwärtigen Alter, kommt demgegenüber eine weniger große Bedeutung zu (vgl. BayObLG, FamRZ 62, 165). ..."

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

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Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“