OLG Hamburg - Urteil vom 20.12.1996
12 UF 65/96
Normen:
BGB § 1603 , § 1609 ;
Fundstellen:
FamRZ 1998, 41

Die sogenannte Hausmann-Rechtsprechung, wonach ein wiederverheirateter Elternteil sich gegenüber einem minderjährigen Kind oder einem geschiedenen Ehegatten gegenüber nicht auf die Haushaltsführung in der neuen Ehe beschränken darf, kann nicht ohne weiteres auf Unterhaltsansprüche volljähriger, noch in Ausbildung befindlicher Kinder angewendet werden. Die Hausmann-Rechtsprechung beruht auf dem Gleichrang der Unterhaltsansprüche von Kindern und Ehegatten (§ 1609 BGB), während der Unterhaltsanspruch des volljährigen Kindes dem der minderjährigen Kinder und Ehegatten im Rang nachgeht. Der einem volljährigen Kind gegenüber unterhaltspflichtige wiederverheiratete Elternteil darf sich in erster Linie der Haushaltsführung widmen (§ 1356 BGB). Ihm wird, wenn die neue Ehe kinderlos ist oder das Kind bereits dem Grundschulalter entwachsen ist, allenfalls eine teilschichtige Erwerbstätigkeit angesonnen. Ob eine solche teilschichtige Erwerbstätigkeit aufgenommen werden muß, ist analog § 1574 Abs. 2 BGB zu beurteilen.

OLG Hamburg, Urteil vom 20.12.1996 - Aktenzeichen 12 UF 65/96

DRsp Nr. 1998/16674

Die sogenannte Hausmann-Rechtsprechung, wonach ein wiederverheirateter Elternteil sich gegenüber einem minderjährigen Kind oder einem geschiedenen Ehegatten gegenüber nicht auf die Haushaltsführung in der neuen Ehe beschränken darf, kann nicht ohne weiteres auf Unterhaltsansprüche volljähriger, noch in Ausbildung befindlicher Kinder angewendet werden. Die Hausmann-Rechtsprechung beruht auf dem Gleichrang der Unterhaltsansprüche von Kindern und Ehegatten (§ 1609 BGB ), während der Unterhaltsanspruch des volljährigen Kindes dem der minderjährigen Kinder und Ehegatten im Rang nachgeht. Der einem volljährigen Kind gegenüber unterhaltspflichtige wiederverheiratete Elternteil darf sich in erster Linie der Haushaltsführung widmen (§ 1356 BGB ). Ihm wird, wenn die neue Ehe kinderlos ist oder das Kind bereits dem Grundschulalter entwachsen ist, allenfalls eine teilschichtige Erwerbstätigkeit angesonnen. Ob eine solche teilschichtige Erwerbstätigkeit aufgenommen werden muß, ist analog § 1574 Abs. 2 BGB zu beurteilen.

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Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
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Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“