Mandatssituation 5.2: Aufenthaltsbestimmung bei Getrenntleben

Autor: Kraft

Sachverhalt Checkliste Verfahren Muster 1 Muster 2

Zunächst wie Mandatssituation 5.1 . Entsprechend der anwaltlichen Aufforderung hat Frau Schuster die Kinder in die Ehewohnung zurückgebracht. Sie hat die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf sich beantragt. Herr Schuster möchte eine Einschätzung über die Erfolgsaussicht eines gegenläufigen Antrags. Er ist ganztags als Informatiker beschäftigt. Frau Schuster ist 30 Stunden in der Woche als Sachbearbeiterin tätig. Herr Schuster sichert zu, dass er von seinen Eltern Unterstützung bei der täglichen Betreuung der Kinder erhalten wird. Er bemängelt an der Mutter, dass sie sich nicht genügend für die schulische Förderung von Leni einsetze. Leni ist in der zweiten Klasse und hat eine Rechtschreibschwäche. Bisher hat die Mutter die Kinder am Nachmittag gegen 16.00 Uhr aus Hort und Kindergarten abgeholt. Bei der Hausaufgabenerledigung unterstützte jedoch der Vater Tom und Leni regelmäßig ab 18.00 Uhr.

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Sachverhaltsermittlung zur Aufenthaltsbestimmung bei Getrenntleben

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Gerichtliche Zuständigkeit

Wird die Kindschaftssache im Scheidungsverbund geführt oder ist bereits eine Ehesache anhängig, ist das Familiengericht der anhängigen Ehesache vorrangig örtlich zuständig (§ 152 Abs. 1 FamFG ). Ist keine Ehesache anhängig, richtet sich die örtliche Zuständigkeit nach dem gewöhnlichen Aufenthalt der Kinder (§ 152 Abs. 2 FamFG ).

Die sorgerechtliche Angelegenheit kann als selbständiges Verfahren isoliert von einem bereits anhängigen Scheidungsverfahren geführt oder auf Antrag als sogenannte Folgesache in den Verbund des Scheidungsverfahrens einbezogen werden (§ 137Abs. 3 FamFG ).

Praxistipp

Gemäß § 137 Abs. 3 FamFG darf die Einbeziehung einer Kindschaftssache in den Verbund des Scheidungsverfahrens bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung im ersten Rechtszug beantragt werden. Die Zweiwochenfrist, die für die übrigen Familiensachen nach § 137 Abs. 2 FamFG einzuhalten ist, gilt für Kindschaftssachen nicht.

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

Und das bieten Ihnen „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

  • Rund 100 typische Mandatssituationen, jeweils strukturiert nach:
    Sachverhalt/Checkliste/Lösung/Verfahren/Muster
  • Instruktive Einführungen in die einzelnen Rechtsthemen
  • Checklisten und Muster
  • Praxistipps zur Mandatsstrategie
  • Warnhinweise auf Haftungsfallen
  • 30.000 Gerichtsentscheidungen
  • Kompetente Autoren aus Justiz und Anwaltschaft

Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“