OLG München - Urteil vom 21.12.1988
3 U 4695/88
Normen:
BGB § 832 Abs. 2 ;
Fundstellen:
DRsp I(146)78a
FamRZ 1990, 159
VersR 1989, 1302

Inhalt und Umfang der Aufsichtspflicht für den Fall der Beaufsichtigung eines in einem ländlichen Garten mit anderen Kindern spielenden fünfjährigen Kindes (hier: Verletzung eines anderen Kindes mit einem Stock am Auge):Das Maß der gebotenen Aufsicht bestimmt sich nach Alter, Eigenart und Charakter des Kindes, nach der Voraussehbarkeit des schädigenden Verhaltens sowie danach, was dem Aufsichtspflichtigen in seinen jeweiligen Verhältnissen zugemutet werden kann, wobei Aufsicht und Überwachung um so intensiver sein müssen, je geringer der Erziehungserfolg ist. Entscheidend ist, was verständige Aufsichtspflichtige nach vernünftigen Anforderungen im konkreten Fall unternehmen müssen, um die Schädigung durch das Kind zu verhindern.

OLG München, Urteil vom 21.12.1988 - Aktenzeichen 3 U 4695/88

DRsp Nr. 1992/9840

Inhalt und Umfang der Aufsichtspflicht für den Fall der Beaufsichtigung eines in einem ländlichen Garten mit anderen Kindern spielenden fünfjährigen Kindes (hier: Verletzung eines anderen Kindes mit einem Stock am Auge): Das Maß der gebotenen Aufsicht bestimmt sich nach Alter, Eigenart und Charakter des Kindes, nach der Voraussehbarkeit des schädigenden Verhaltens sowie danach, was dem Aufsichtspflichtigen in seinen jeweiligen Verhältnissen zugemutet werden kann, wobei Aufsicht und Überwachung um so intensiver sein müssen, je geringer der Erziehungserfolg ist. Entscheidend ist, was verständige Aufsichtspflichtige nach vernünftigen Anforderungen im konkreten Fall unternehmen müssen, um die Schädigung durch das Kind zu verhindern.

Normenkette:

BGB § 832 Abs. 2 ;

Gründe:

»... Der Senat geht mit dem LG davon aus, daß die Bekl. [,die den 5jährigen A. im elterlichen Auftrag beaufsichtigen sollte,] sich während des Unfalls im Liegestuhl im Garten befunden hat. A. lief an ihr vorbei auf den Kl. und den Zeugen G. zu, die sich beim etwa 10 m entfernten Gartentor aufhielten. In der erhobenen Hand hielt er einen etwa 1 m langen, besenstieldicken Stock, an dem eine Plastiktüte hing. A. rief den Kl. und den Zeugen an: »Schleichts euch!« Als der Kl. sich daraufhin umdrehte, traf ihn A., der noch lief, mit dem Stock ins Auge. Es konnte nicht festgestellt werden, daß A. absichtlich mit dem Stock zugestoßen hat. Der Unfall spielte sich in Sekundenbruchteilen ab. Insbesondere erfolgten der Zuruf von A. an den Kl. »Schleichts euch!« und seine Verletzung nahezu zeitgleich.

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