BAG - Urteil vom 13.10.2020
3 AZR 130/20
Normen:
BetrAVG § 1 (Auslegung); BeamtVG § 1 Abs. 1; BeamtVG § 1 Abs. 2; BeamtVG § 108 Abs. 1; BGB § 670; BGB § 677; BGB § 683 S. 1; BGB § 812 Abs. 1; BGB in der bis zum 31.08.2009 geltenden Fassung § 1587a Abs. 1; BGB in der bis zum 31.08.2009 geltenden Fassung § 1587a Abs. 2; BGB in der bis zum 31.08.2009 geltenden Fassung § 1587b Abs. 2; BVersTG § 5; FamFG § 221; FGG § 53c; LBeamtVG NRW § 72 Abs. 1 S. 1 Nr. 1, S. 2; LBeamtVG NRW § 72 Abs. 2; SGB VI § 225 Abs. 1 S. 1; VersAusglG § 10 Abs. 1; VersAusglG § 47a; ZPO § 268; ZPO § 322 Abs. 1; ZPO § 325; ZPO § 533;
Fundstellen:
AP BetrAVG § 1 Versorgungsausgleich Nr. 3
AuR 2021, 236
EzA-SD 2021, 10
FamRZ 2021, 1190
NJW 2021, 1419
NZA 2021, 571
Vorinstanzen:
LAG Düsseldorf, vom 18.12.2019 - Vorinstanzaktenzeichen 12 Sa 1127/18
ArbG Düsseldorf, vom 04.10.2018 - Vorinstanzaktenzeichen 7 Ca 2844/18

Kürzung einer beamtenmäßigen Versorgung nach § 72 Abs. 1 Nr. 1 LBeamtVG NRW als Folge eines familiengerichtlichen Beschlusses über den VersorgungsausgleichReichweite der Bindungswirkung familiengerichtlicher Entscheidungen über einen Versorgungsausgleich mit externer TeilungEingeschränkte Überprüfbarkeit der tatsachengerichtlichen Auslegung atypischer Erklärungen durch die Revisionsinstanz

BAG, Urteil vom 13.10.2020 - Aktenzeichen 3 AZR 130/20

DRsp Nr. 2021/2055

Kürzung einer beamtenmäßigen Versorgung nach § 72 Abs. 1 Nr. 1 LBeamtVG NRW als Folge eines familiengerichtlichen Beschlusses über den Versorgungsausgleich Reichweite der Bindungswirkung familiengerichtlicher Entscheidungen über einen Versorgungsausgleich mit externer Teilung Eingeschränkte Überprüfbarkeit der tatsachengerichtlichen Auslegung atypischer Erklärungen durch die Revisionsinstanz

Orientierungssätze: 1. Werden in einem auf der Grundlage von § 1587b Abs. 2 BGB in der bis zum 31. August 2009 geltenden Fassung erlassenen familiengerichtlichen Beschluss über den Versorgungsausgleich zugunsten des ausgleichsberechtigten Ehegatten Versorgungsanwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung begründet, so ist der Versorgungsschuldner des ausgleichspflichtigen Ehegatten nach § 72 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 LBeamtVG NRW zur Kürzung der beamtenmäßigen Versorgung des ausgleichspflichtigen Ehegatten berechtigt. Dies ist unabhängig davon, ob er als Versorgungsschuldner im Beschluss genannt ist (Rn. 26 ff.). 2. Familiengerichtliche Entscheidungen, mit denen im Versorgungsausgleich eine externe Teilung durchgeführt wird, entfalten keine Bindungswirkung im gerichtlichen Verfahren zwischen dem versorgungsberechtigten ausgleichspflichtigen Ehegatten und dem Versorgungsverpflichteten (Rn. 58).