Mandatssituation 5.10: Ehrenamtliche Vormundschaft, Ausübung der Vermögenssorge

Autor: Kraft

Sachverhalt Checkliste Lösung Verfahren

Die zehnjährige Leni wird nach dem Unfall ihrer Eltern Vollwaise und beerbt ihre Eltern gemeinsam mit einem volljährigen Halbbruder. Zum Nachlass gehört eine Handwerksfirma, ein vermietetes Mehrfamilienhaus und Geldvermögen. Lenis Tante möchte darüber beraten werden, welche Schritte zu unternehmen seien und welche Aufgaben auf sie zukämen, wenn sie Vormund des Kindes würde.

Sachverhalt Checkliste Lösung Verfahren

Zunächst muss erfragt werden, ob die Eltern durch letztwillige Verfügung für den Fall ihres Todes einen Vormund gem. §§ 1776 , 1777 BGB wirksam benannt haben. Ist dies nicht der Fall, muss mit der Mandantin besprochen werden, ob sie zur Führung einer Vormundschaft geeignet i.S.d. § 1779 Abs. 2 Satz 1 BGB wäre. Sodann müssen ihr die gesetzlichen Pflichten und Beschränkungen der Ausübung des Sorgerechts im Rahmen einer Vormundschaft erläutert werden.

Sachverhalt Checkliste Lösung Verfahren

1. Auswahl und Bestellung zum Vormund

Geeignetheit des Vormunds

Das Familiengericht hat von Amts wegen zu entscheiden, wer zum Vormund zu bestellen ist. Soweit nicht einem von den Eltern nach § 1776 BGB Berufenem die Vormundschaft zu übertragen ist, hat das Familiengericht einen Vormund auszuwählen. Dabei hat es zunächst die Geeignetheit der in Frage kommenden Person festzustellen. Diese muss nach ihren persönlichen Verhältnissen und auch bzgl. ihrer Vermögenslage uneingeschränkt in der Lage sein, die Interessen des Mündels wahrzunehmen. Die familiäre Verwandtschaft bedeutet bei der Geeignetheitsprüfung nicht automatisch einen Vorteil. Bei etwaigen Interessenskonflikten, z.B. durch Miteigentum an größeren Vermögensgegenständen oder in Fällen, bei denen die Angehörigen Teil eines negativen Beziehungsgeflechts der leiblichen Eltern gewesen sind, kann ein neutrales Umfeld geeigneter sein.

Wenn mehrere geeignete Personen zur Verfügung stehen, hat das Gericht eine Ermessensentscheidung zu treffen. Es hat eine Abwägung der in § 1779 Abs. 2 Satz 2 BGB aufgeführten Gesichtspunkte zu treffen:

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

Und das bieten Ihnen „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

  • Rund 100 typische Mandatssituationen, jeweils strukturiert nach:
    Sachverhalt/Checkliste/Lösung/Verfahren/Muster
  • Instruktive Einführungen in die einzelnen Rechtsthemen
  • Checklisten und Muster
  • Praxistipps zur Mandatsstrategie
  • Warnhinweise auf Haftungsfallen
  • 30.000 Gerichtsentscheidungen
  • Kompetente Autoren aus Justiz und Anwaltschaft

Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“