Mandatssituation 4.18: Anruf aus dem Altenheim: "Mein Geld geht zur Neige, bitte verklagen Sie meinen Sohn" - Elternunterhaltsforderung aus Sicht des Berechtigten

Autor: Mainz-Kwasniok

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Oma Olga (vgl. Mandatssituation 4.17 ) hat neben den beschenkten Verwandten noch den Sohn Sven. Nachdem sie von Martin die 20.000 Euro zurückerhalten hat, ist ihr klar, dass sie in ca. fünf Monaten einen neuen Sozialhilfeantrag stellen muss. Sie weiß, dass ihre Tochter Traudel mittellos ist, vermutet aber, dass der Sohn Sven, ein aufstrebender Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei, ihre Unterdeckung eigentlich tragen können müsste. Sie bittet Sie, den Unterhalt rasch geltend zu machen, um ihr die Lästigkeiten eines Sozialhilfeantrags zu ersparen. Durch Ihre Vorschussrechnung wird die Verarmung sogar bereits in vier Monaten eintreten.

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Vorteile der Geltendmachung: Bedarf kann höher als Sozialhilfesatz sein!

Beweislast: Der den Unterhalt fordernde Elternteil hat seine Bedürftigkeit sowie die Leistungsfähigkeit des in Anspruch genommenen Kindes darzulegen und zu beweisen.

Der Rechtsanwalt kann den Gebührenvorschuss fordern, solange der Mandant noch nicht bedürftig ist.

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Anspruchsgrundlage

Entsprechend Mandatssituation 4.11 .

Bedarf

Bedarf ist offensichtlich gegeben.

Bedürftigkeit

Sobald die drohende Verarmung abzusehen ist, kann die Auskunft gefordert werden. Tritt zwischenzeitlich die Verarmung ein und der Sozialhilfeträger übernimmt den wesentlichen Teil des Bedarfs, muss mit diesem abgeklärt werden, in welcher Weise er in das Verfahren eintreten will, z.B. durch Rückübertragung und Zahlungsantrag zu Händen des Trägers.

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

Und das bieten Ihnen „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

  • Rund 100 typische Mandatssituationen, jeweils strukturiert nach:
    Sachverhalt/Checkliste/Lösung/Verfahren/Muster
  • Instruktive Einführungen in die einzelnen Rechtsthemen
  • Checklisten und Muster
  • Praxistipps zur Mandatsstrategie
  • Warnhinweise auf Haftungsfallen
  • 30.000 Gerichtsentscheidungen
  • Kompetente Autoren aus Justiz und Anwaltschaft

Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“