LG Berlin vom 04.12.1984
83 T 385/84
Normen:
BGB § 1632 Abs.2, Abs.3;
Fundstellen:
DRsp I(167)331e
FamRZ 1985, 519

Mögliche Untersagung des Umgangs eines minderjährigen Kindes mit einem Dritten bei Gefahr gleichgeschlechtlicher Betätigung.

LG Berlin, vom 04.12.1984 - Aktenzeichen 83 T 385/84

DRsp Nr. 1992/10913

Mögliche Untersagung des Umgangs eines minderjährigen Kindes mit einem Dritten bei Gefahr gleichgeschlechtlicher Betätigung.

Normenkette:

BGB § 1632 Abs.2, Abs.3;

Die 1967 geborene St. stammt aus der geschiedenen Ehe ihrer Mutter, die für sie allein die elterliche Sorge innehat. Auf Antrag der Mutter untersagte das AG Ä VormGer. Ä der Beteil. zu 2) [im folgenden: B. ], die nach eigenen Angaben 1958 geboren ist, den Umgang mit St.. Die gegen diesen Beschluß sowohl von B. als auch von St. eingelegten Beschwerden hat das LG als unbegründet zurückgewiesen.

»... Gemäß § 1632 Abs. 2 BGB umfaßt die zur elterlichen Sorge gehörende Personensorge der Mutter für St. .. das Recht, den Umgang des Kindes auch mit Wirkung für und gegen Dritte zu bestimmen. Gemäß § 1632 Abs. 3 BGB entscheidet das VormGer. über Streitigkeiten, die eine Angelegenheit nach Abs. 2 betreffen, auf Antrag eines Elternteils. Gegen den Willen des Personensorgeberechtigten kann das VormGer. eine Entscheidung nur insoweit treffen, als der Personensorgeberechtigte die Schranken seines Bestimmungsrechts dem Kindeswohl zuwiderhandelnd überschreitet. Diese Schranken ergeben sich insbesondere aus den Vorschriften der §§ 1666 , 1626 Abs. 2 [Satz 1]. 1631 Abs. 2 , 1631 a BGB . Dem Prinzip des § 1632 Abs. 2 BGB entsprechend, sind die Bestimmungen des Personensorgeberechtigten hinsichtlich des Umganges des Kindes mit Dritten [also] grundsätzlich zu respektieren. ...

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Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
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