BFH - Urteil vom 14.04.2021
X R 5/19
Normen:
BGB § 181, § 1626 Abs. 1 Satz 2, § 1630 Abs. 1, § 1643 Abs. 3, § 1829 Abs. 1, § 1909, § 1915 Abs. 1, § 1922, § 2033; GmbHG § 16, § 18 Abs. 1, § 35 Abs. 1, § 40, § 47 Abs. 1; EStG § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1;
Fundstellen:
BFH/NV 2021, 1406
DB 2021, 2197
DStR 2021, 2119
DStRE 2021, 1207
GmbHR 2021, 1166
Vorinstanzen:
FG Baden-Württemberg, vom 29.01.2019 - Vorinstanzaktenzeichen 11 K 1398/16

Voraussetzungen einer BetriebsaufspaltungZurechnung der Stimmen eines minderjährigen an der Betriebskapitalgesellschaft beteiligten Kindes

BFH, Urteil vom 14.04.2021 - Aktenzeichen X R 5/19

DRsp Nr. 2021/13854

Voraussetzungen einer Betriebsaufspaltung Zurechnung der Stimmen eines minderjährigen an der Betriebskapitalgesellschaft beteiligten Kindes

1. Die personelle Verflechtung verlangt —abgesehen vom Sonderfall der faktischen Beherrschung—, dass der das Besitzunternehmen beherrschende Gesellschafter auch in der Betriebskapitalgesellschaft die Stimmenmehrheit innehat und dort in der Lage ist, seinen Willen durchzusetzen; eine Beteiligung von exakt 50 % der Stimmen reicht nicht aus (Bestätigung des BFH-Urteils vom 30.11.2005 – X R 56/04, BFHE 212, 100, BStBl II 2006, 415). 2. Sind sowohl ein Elternteil als auch dessen minderjähriges Kind an der Betriebskapitalgesellschaft beteiligt, sind die Stimmen des Kindes jedenfalls dann nicht dem Elternteil zuzurechnen, wenn in Bezug auf die Gesellschafterstellung des Kindes eine Ergänzungspflegschaft angeordnet ist.

Tenor

Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg, Außensenate Freiburg, vom 29.01.2019 – 11 K 1398/16 wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.

Normenkette:

BGB § 181, § 1626 Abs. 1 Satz 2, § 1630 Abs. 1, § 1643 Abs. 3, § 1829 Abs. 1, § 1909, § 1915 Abs. 1, § 1922, § 2033; GmbHG § 16, § 18 Abs. 1, § 35 Abs. 1, § 40, § 47 Abs. 1; EStG § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1;

Gründe

I.