OLG Koblenz - Urteil vom 02.11.1992
13 UF 469/92
Normen:
BGB § 1570 , § 1578 , § 1609 Abs. 2 ;
Fundstellen:
FamRZ 1993, 1212
NJW-RR 1993, 325
Vorinstanzen:
AG Sinzig, vom 08.11.1992 - Vorinstanzaktenzeichen 8 F 327/89

Wählt der geschiedene unterhaltspflichtige Ehemann in einer neuen Ehe die Rolle des Hausmanns, weil seine neue Ehefrau deutlich mehr als er verdient, so kann er sich gegenüber seiner früheren Ehefrau nicht auf fehlende Leistungsfähigkeit berufen, sondern muß zumindest teilweise erwerbstätig bleiben um den Unterhaltsanspruch der früheren Ehefrau sichern zu können, jedenfalls wenn diese ein gemeinsames minderjähriges Kind betreut und deshalb nicht vollschichtig arbeiten kann. Dies folgt letztlich daraus, daß die frühere Ehefrau nach § 1609 Abs. 2 BGB minderjährigen Kindern im Rang gleichsteht.

OLG Koblenz, Urteil vom 02.11.1992 - Aktenzeichen 13 UF 469/92

DRsp Nr. 1994/11665

Wählt der geschiedene unterhaltspflichtige Ehemann in einer neuen Ehe die Rolle des Hausmanns, weil seine neue Ehefrau deutlich mehr als er verdient, so kann er sich gegenüber seiner früheren Ehefrau nicht auf fehlende Leistungsfähigkeit berufen, sondern muß zumindest teilweise erwerbstätig bleiben um den Unterhaltsanspruch der früheren Ehefrau sichern zu können, jedenfalls wenn diese ein gemeinsames minderjähriges Kind betreut und deshalb nicht vollschichtig arbeiten kann. Dies folgt letztlich daraus, daß die frühere Ehefrau nach § 1609 Abs. 2 BGB minderjährigen Kindern im Rang gleichsteht.

Normenkette:

BGB § 1570 , § 1578 , § 1609 Abs. 2 ;

Entscheidungsgründe:

Die Parteien sind geschiedene Eheleute. Im Scheidungsverbundurteil des Amtsgerichts Sinzig vom 08.11.1988 ist der Kläger verurteilt worden, an die Beklagte ab Rechtskraft der Scheidung (22.03.1989) monatlich 357,16 DM nachehelichen Unterhalt zu zahlen. Mit der vorliegenden Abänderungsklage erstrebt er den vollständigen Fortfall seiner Unterhaltsverpflichtung mit Wirkung ab 01.12.1989. Das Amtsgericht hat seiner Klage stattgegeben und die Widerklage der Beklagten, mit der sie eine Unterhaltserhöhung erreichen wollte, abgewiesen. Dagegen wendet sich die Beklagte mit ihrem Rechtsmittel, soweit die Ausgangsentscheidung bereits für die zeit vom 01.12.1989 bis zum 31.12.1991 in vollem Umfang abgeändert worden ist.

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

Und das bieten Ihnen „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

  • Rund 100 typische Mandatssituationen, jeweils strukturiert nach:
    Sachverhalt/Checkliste/Lösung/Verfahren/Muster
  • Instruktive Einführungen in die einzelnen Rechtsthemen
  • Checklisten und Muster
  • Praxistipps zur Mandatsstrategie
  • Warnhinweise auf Haftungsfallen
  • 30.000 Gerichtsentscheidungen
  • Kompetente Autoren aus Justiz und Anwaltschaft

Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“