Mandatssituation 2.4: Grundfall Scheidung - "Wir leben seit einem Jahr getrennt"

Autor: Mainz-Kwasniok

Sachverhalt Checkliste 1 Checkliste 2 Lösung Verfahren Muster 1 Muster 2 Muster 3

Die Emotionen schlagen nach einjähriger Trennung nicht mehr so hohe Wellen. Die Phase der Neuorientierung hat begonnen, der Mandant fühlt sich wieder in der Lage, Zukunftspläne zu schmieden. Er meldet sich mit dem Wunsch nach Scheidung zum Besprechungstermin an.

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Haben die Ehegatten wirklich ein Jahr getrennt i.S.d. Gesetzes gelebt? Welche Beweismittel gibt es dafür?

Hat einer von beiden emotionales oder wirtschaftliches Interesse an einer schnellen Scheidung oder an deren Verzögerung?

Gibt es einen Ehe- oder Erbvertrag?

Welcher Ehegatte erwirbt derzeit monatlich die höheren Anwartschaften in den VA-relevanten Rentenversicherungen? Wird eine Geringfügigkeitsgrenze für den Ausgleich demnächst erreicht?

Ist der Mandant bei Ehegattenunterhalt berechtigt oder verpflichtet?

Sind beim Mandanten oder beim Gegner Veränderungen des "Endvermögens" abzusehen bzw. zu befürchten?

Ist der Mandant Nutzer von gemeinsamem Wohneigentum?

Ist der Mandant oder Ehegatte lebensbedrohlich erkrankt?

Katalog der "örtlichen Zuständigkeit" abfragen

Vor- und Nachteile möglicher örtlicher Zuständigkeiten?

Auslandsberührung? (ab 21.06.2012 gilt die EU-Verordnung Rom III, die Vorrang vor dem EGBGB hat)

Heiratsurkunde

Geburtsurkunden gemeinsamer minderjähriger Kinder

Genaues Trennungsdatum - wichtig für Auskunftsansprüche beim Zugewinn

Versöhnungsversuche? Schädliche?

Voraussichtliche Zustimmung des Antragsgegners?

Voraussichtlich Scheidung mit einem Anwalt?

Verbundverfahren notwendig?

VA-Formulare mitgeben

VKH-Formulare mitgeben (Verfahrenskostenvorschusspflicht des Ehegatten denkbar?)

Besondere Vollmacht unterschreiben lassen

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Rechtsfolgen der Rechtshängigkeit der Scheidung:

Entstehung des Anspruchs auf Vorsorgeunterhalt nach § 1361 Abs. 1 Satz 2 BGB

Beendigung des Güterstands = Stichtag Endvermögen beim Zugewinn (§ 1384 BGB )

Fingierung des Ehezeitendes beim Versorgungsausgleich (§ 1587 Abs. 2 BGB )

Erbrechtliche Folgen (vgl. §§ 1933 Satz 1, 2077 Abs. 1 Satz 2, 2268 Abs. 2 , 2279 BGB ).

Scheitern der Ehe ist indiziert (relevant bei der Erwerbsobliegenheit, beim Wohnwert, beim Gesamtschuldnerausgleich)

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

Und das bieten Ihnen „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

  • Rund 100 typische Mandatssituationen, jeweils strukturiert nach:
    Sachverhalt/Checkliste/Lösung/Verfahren/Muster
  • Instruktive Einführungen in die einzelnen Rechtsthemen
  • Checklisten und Muster
  • Praxistipps zur Mandatsstrategie
  • Warnhinweise auf Haftungsfallen
  • 30.000 Gerichtsentscheidungen
  • Kompetente Autoren aus Justiz und Anwaltschaft

Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“