BGH - Urteil vom 19.05.1976
2 StR 59/76
Normen:
StGB § 177 ;
Fundstellen:
MDR 1976, 812 (Holtz)
Vorinstanzen:
LG Darmstadt,

Zur Verwirklichung des Tatbestandes der Vergewaltigung genügt auch eine vorausgehende Gewaltanwendung, wie z.B. durch das Hineinzerren des Opfers in ein Auto und seinen erzwungenen Abtransport an den entlegenen Ort jedenfalls dann, wenn es nach dem Willen des Täters der Herbeiführung des Geschlechtsverkehrs dienen soll und dann tatsächlich bei dessen Ausübung auch dient, weil das Opfer angesichts der früheren Gewaltanwendung und der gegebenen Kräfteverhältnisse aus Furcht vor weiteren Gewaltsamkeiten von einer Gegenwehr absieht.

BGH, Urteil vom 19.05.1976 - Aktenzeichen 2 StR 59/76

DRsp Nr. 1996/20619

Zur Verwirklichung des Tatbestandes der Vergewaltigung genügt auch eine vorausgehende Gewaltanwendung, wie z.B. durch das Hineinzerren des Opfers in ein Auto und seinen erzwungenen Abtransport an den entlegenen Ort jedenfalls dann, wenn es nach dem Willen des Täters der Herbeiführung des Geschlechtsverkehrs dienen soll und dann tatsächlich bei dessen Ausübung auch dient, weil das Opfer angesichts der früheren Gewaltanwendung und der gegebenen Kräfteverhältnisse aus Furcht vor weiteren Gewaltsamkeiten von einer Gegenwehr absieht.

Normenkette:

StGB § 177 ;

Gründe:

In der Nacht vom 1. auf 2. August 1974 wurde die damals sechzehn Jahre alte Schülerin D. auf ihrem Heimweg angehalten und in den vom Angeklagten K. gesteuerten Personenkraftwagen gezerrt, in dem noch zwei weitere junge Männer, nämlich der Mitangeklagte M. und ein Unbekannter saßen. Als sie bemerkte, daß man mit ihr aus dem Ort ins Freie fuhr, verlangte sie mit Nachdruck, daß man sie aussteigen lasse. Der neben ihr sitzende Mann hielt sie fest und riß sie zurück, als sie mit den Fäusten gegen die Scheibe trommelte, nach dem Hals des Fahrers griff und an seinen Haaren zog. Die Entführer lachten sie aus und kündigten ihr an, daß sie jetzt "gemaust" werde, so eine Widerspenstige hätten sie noch nicht gehabt. Erst an einer einsamen Stelle hielt K. das Fahrzeug an. Er ließ die beiden anderen sich entfernen und redete auf das Mädchen ein, ihm zu Willen zu sein, es ginge nicht anders, sie seien schließlich zu dritt. Angesichts dieser Erklärungen und der Ankündigung, sie könne ihren für den nächsten Tag geplanten Urlaub nicht antreten, wenn sie nicht endlich mitmache, gab das Mädchen nach und ließ den Geschlechtsverkehr ohne weitere Gegenwehr über sich ergehen.

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