BayObLG - Beschluß vom 18.12.1997
1Z BR 97/97
Normen:
BGB § 666 , § 2215 , § 2216 , § 2218 , § 2227 ; FGG § 12 ; GG Art. 103 ;
Fundstellen:
FamRZ 1998, 987
KTS 1998, 578
Rpfleger 1998, 246
ZEV 1998, 348
Vorinstanzen:
L G München II - 6 T 4809/96 ,
AG Garmisch-Partenkirchen, - Vorinstanzaktenzeichen VI 78/93

Zwingende Anhörung des Testamentsvollstreckers vor Entlassung - Zeitpunkt jährlicher Rechnungslegung - Grenzen des wirtschaftlichen Ermessens bei Verwaltungsvolllstreckung

BayObLG, Beschluß vom 18.12.1997 - Aktenzeichen 1Z BR 97/97

DRsp Nr. 1998/3403

Zwingende Anhörung des Testamentsvollstreckers vor Entlassung - Zeitpunkt jährlicher Rechnungslegung - Grenzen des wirtschaftlichen Ermessens bei Verwaltungsvolllstreckung

»1. Das Nachlaßgericht hat dem Testamentsvollstrecker vor der Entlassung grundsätzlich das rechtliche Gehör zu gewähren. Soweit nach dem Wortlaut des § 2227 Abs. 2 BGB der Testamentsvollstrecker vor seiner Entlassung "wenn tunlich" gehört werden "soll", kommt dieser Regelung seit Inkrafttreten des Art. 103 Abs. 1 GG grundsätzlich zwingende Bedeutung zu.2. Dem Testamentsvollstrecker ist zur Erfüllung seiner Pflicht zur jährlichen Rechnungslegung gemäß § 2218 Abs. 2 BGB ein angemessener Zeitraum zuzubilligen. Für den Beginn einer vorwerfbaren Verzögerung ist nicht der Amtsantritt, sondern der Zeitpunkt maßgebend, in dem ein Erbe die jährliche Rechnungslegung verlangt.

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