§ 127 StGB
Stand: 11.07.2022
zuletzt geändert durch:
Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches - Aufhebung des Verbots der Werbung für den Schwangerschaftsabbruch (§ 219 a StGB), zur Änderung des Heilmittelwerbegesetzes, zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, zur Änderung des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch und zur Änderung des Gesetzes zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen, BGBl. I S. 1082
Besonderer Teil
Siebenter Abschnitt Straftaten gegen die öffentliche Ordnung

§ 127 StGB Betreiben krimineller Handelsplattformen im Internet

§ 127 Betreiben krimineller Handelsplattformen im Internet

StGB ( Strafgesetzbuch )

(1) 1Wer eine Handelsplattform im Internet betreibt, deren Zweck darauf ausgerichtet ist, die Begehung von rechtswidrigen Taten zu ermöglichen oder zu fördern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. 2Rechtswidrige Taten im Sinne des Satzes 1 sind 1. Verbrechen, 2. Vergehen nach a) den §§ 86, 86 a, 91, 130, 147 und 148 Absatz 1 Nummer 3, den §§ 149, 152 a und 176 a Absatz 2, § 176 b Absatz 2, § 180 Absatz 2, § 184 b Absatz 1 Satz 2, § 184 c Absatz 1, § 184 l Absatz 1 und 3, den §§ 202 a, 202 b, 202 c, 202 d, 232 und 232 a Absatz 1, 2, 5 und 6, nach § 232 b Absatz 1, 2 und 4 in Verbindung mit § 232 a Absatz 5, nach den §§ 233, 233 a, 236, 259 und 260, nach § 261 Absatz 1 und 2 unter den in § 261 Absatz 5 Satz 2 genannten Voraussetzungen sowie nach den §§ 263, 263 a, 267, 269, 275, 276, 303 a und 303 b, b) § 4 Absatz 1 bis 3 des Anti-Doping-Gesetzes, c) § 29 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, auch in Verbindung mit Absatz 6, sowie Absatz 2 und 3 des Betäubungsmittelgesetzes, d) § 19 Absatz 1 bis 3 des Grundstoffüberwachungsgesetzes, e) § 4 Absatz 1 und 2 des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes, f) § 95 Absatz 1 bis 3 des Arzneimittelgesetzes, g) § 52 Absatz 1 Nummer 1 und 2 Buchstabe b und c, Absatz 2 und 3 Nummer 1 und 7 sowie Absatz 5 und 6 des Waffengesetzes, h) § 40 Absatz 1 bis 3 des Sprengstoffgesetzes, i) § 13 des Ausgangsstoffgesetzes, j) § 83 Absatz 1 Nummer 4 und 5 sowie Absatz 4 des Kulturgutschutzgesetzes, k) den §§ 143, 143 a und 144 des Markengesetzes sowie l) den §§ 51 und 65 des Designgesetzes. (2) Handelsplattform im Internet im Sinne dieser Vorschrift ist jede virtuelle Infrastruktur im frei zugänglichen wie im durch technische Vorkehrungen zugangsbeschränkten Bereich des Internets, die Gelegenheit bietet, Menschen, Waren, Dienstleistungen oder Inhalte (§ 11 Absatz 3) anzubieten oder auszutauschen. (3) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer im Fall des Absatzes 1 gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat. (4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer bei der Begehung einer Tat nach Absatz 1 beabsichtigt oder weiß, dass die Handelsplattform im Internet den Zweck hat, Verbrechen zu ermöglichen oder zu fördern.