Bestellung und Entlassung des Insolvenzverwalters

Autor: Riedel

Allgemeines

Der Insolvenzverwalter ist die zentrale Figur des Insolvenzverfahrens, seine Auswahl und Bestellung eine Art "Schicksalsfrage" für das einzelne Insolvenzverfahren.

Fachanwalt

Die gerichtliche Praxis der Auswahl des Insolvenzverwalters, die Möglichkeiten eines Bewerbers, von einem Insolvenzgericht als Insolvenzverwalter bestellt zu werden, und die Folgerungen aus Bestellungsablehnungen waren in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen. Nicht nur aufgrund der Einführung des "Fachanwalts für Insolvenzrecht" ist in den letzten Jahren festzustellen, dass es lukrativ und erstrebenswert zu sein scheint, Insolvenzverwalter zu werden. Die Zeiten, zu denen die Gerichte allen Bewerbern Aufträge erteilen konnten, ist längst vorbei. Im Hinblick auf die Bestellung zum Insolvenzverwalter ist ein Wettbewerb zwischen den Bewerbern entstanden, der sicher auch wirtschaftliche Gründe hat.

Vorauswahllisten

Zum Insolvenzverwalter sollen nur geeignete Personen bestellt werden. Darüber, wie sich der Insolvenzrichter einen Überblick über den in Frage kommenden Personenkreis verschafft, wer also als Insolvenzverwalter in Betracht kommen kann, wenn die regelmäßig in kurzer Zeit zu treffende Entscheidung über die Bestellung eines Insolvenzverwalters ansteht, enthält § 56 Abs. 1 InsO die Aussage, dass die Auswahl aus dem Kreis der Personen erfolgt, die zur Übernahme von Insolvenzverwaltungen bereit sind, und dass diese Bereitschaft auf bestimmte Verfahren beschränkt werden kann. Damit werden die in der Praxis bereits verbreitet geführten sogenannten Vorauswahllisten auch gesetzgeberisch festgelegt.