Autor: Emmert

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Mietwucher liegt vor, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht. In einer älteren Entscheidung hat der BGH184

ein solches Missverhältnis bereits angenommen, wenn die vom Vermieter verlangte Miete die ortsübliche Miete um mindestens 50 % überschreitet. Nach anderer Ansicht185 ist jedenfalls bei einer Diskrepanz von 100 % von einem auffälligen Missverhältnis auszugehen. Liegt Mietwucher vor, löst er ebenfalls die unter § 11 Rdn. 120 ff. genannten Rechtsfolgen aus.

Praxistipp:

Es ist nicht erforderlich, dass die überhöhte Miete bereits im Ausgangsmietvertrag vereinbart wird. Auch eine in einer nach Vertragsschluss eingetretenen Notlage des Mieters abgeschlossene Nachtragsvereinbarung muss sich an §  138 Abs.  2 BGB messen lassen.186

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