BGH - Urteil vom 10.10.1996
IX ZR 333/95
Normen:
BGB § 765 , § 138 Abs. 1 , § 1618 a ;
Fundstellen:
BB 1996, 2485
BB 1996, 2486
BB 1996, 2592
BGHR BGB § 138 Abs. 1 Bürgschaft 18
BGHR BGB § 1618 a Rücksichtnahme 2
DAVorm 1997, 145
DB 1996, 2432
DNotZ 1997, 646
DRsp I(111)229a-b
DStR 1997, 170
EzFamR BGB § 1618a Nr. 4
EzFamR aktuell 1996, 371
FamRZ 1997, 153
KTS 1997, 99
MDR 1997, 154
NJW 1997, 52
NJWE-FER 1997, 29
WM 1996, 2194
ZIP 1996, 1977
Vorinstanzen:
OLG Düsseldorf,
LG Kleve,

BGH, Urteil vom 10.10.1996 - Aktenzeichen IX ZR 333/95

DRsp Nr. 1996/30474

Veranlassung der erwachsenen Kinder zur Übernahme einer Bürgschaft durch die Eltern; Sittenwidrigkeit des Bürgschaftsvertrages bei Kenntnis der Bank als Gläubiger

»a) Veranlassen Eltern im eigenen Interesse ihre erwachsenen, finanziell aber noch von ihnen abhängigen Kinder, eine deren voraussichtliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weit übersteigende Bürgschaft zu erteilen, so verletzen die Eltern in der Regel ihre familienrechtliche Pflicht zur Rücksichtnahme; darauf, ob sie besonderen Druck ausgeübt haben, kommt es nicht an. b) Hat die Bank die finanzielle Abhängigkeit des bürgenden Kindes von den Eltern sowie dessen voraussichtliche wirtschaftliche Überforderung gekannt - oder wären diese Umstände bei Überprüfung der Bonität des Bürgen deutlich geworden -, so spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, daß die Bank das rechtlich mißbilligenswerte Verhalten der Eltern gekannt oder sich dieser Erkenntnis bewußt verschlossen hat; eine entsprechende Bürgschaft ist regelmäßig sittenwidrig (Ergänzung zu BGHZ 125, 206).«

Normenkette:

BGB § 765 , § 138 Abs. 1 , § 1618 a ;

Tatbestand: