3 Die Vorsorgevollmacht

Autor: Grziwotz

3.1 Vermeidung einer Betreuung und Auftragsverhältnis

Eine erteilte Vorsorgevollmacht dient der Vermeidung einer Betreuung. Eine Betreuung ist nämlich nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des betreuungsbedürftigen Volljährigen durch einen Bevollmächtigten ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können (§ 1896 Abs. 2 Satz 2 BGB; vgl. dazu oben 2.4).

Eine Vorsorgevollmacht steht der Bestellung eines Betreuers grundsätzlich entgegen, wenn die Vorsorgevollmacht den entsprechenden Aufgabenkreis umfasst.32

Wird nach bereits erfolgter Betreuerbestellung eine Vorsorgevollmacht gefunden, oder erteilt der geschäftsfähige Betroffene eine Vorsorgevollmacht, ist die Betreuung aufzuheben.33 Hinweisen auf das Vorhandensein einer Vorsorgevollmacht muss das Betreuungsgericht von Amts wegen nachgehen (§ 26 FamFG).

Praxistipp

Soll eine vorsorgende Vollmachtserteilung für den Fall der Betreuungsbedürftigkeit eine Betreuung vermeiden und sind zum Zeitpunkt der Vollmachtserteilung die erforderlichen Aufgabenkreise nicht absehbar, empfiehlt sich eine möglichst umfassende Vollmachtserteilung, da andernfalls für nicht erfasste Aufgabenkreise eine Betreuung nötig wird.