Lösung

Autor: Grziwotz

Die Betroffene, Gisela Oberberger, kann eine so genannte negative Betreuungsverfügung errichten, um ihren Bruder von einer eventuellen Betreuung auszuschließen.

An eine negative Betreuungsverfügung, nämlich den Ausschluss einer bestimmten Person von der Betreuung, ist das Betreuungsgericht nicht gebunden. Es soll hierauf lediglich Rücksicht nehmen (§ 1997 Abs. 4 Satz 2 BGB). Allerdings wird im Normalfall zwischen dem Betreuten und der von ihm nicht gewünschten Betreuungsperson kein Vertrauensverhältnis hergestellt werden können, so dass eine Bestellung dieser Person zum Betreuer regelmäßig untunlich ist. Will der Betroffene Sicherheit haben, sollte er (zusätzlich) positiv einen Betreuungsvorschlag machen, da das Betreuungsgericht daran grundsätzlich gebunden ist (§ 1897 Abs. 4 Satz 1 BGB).