A. Grundsätze

Autor: Emmert

I. Gesetzliche Grundlagen

6.1

Bis zum Inkrafttreten des WEMoG1)

waren die Ansprüche des Eigentümers auf ordnungsmäßige Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums sowie auf ordnungsmäßige Benutzung des Gemeinschaft- und des Sondereigentums getrennt in § 21 Abs. 3, 4 WEG a.F. (ordnungsmäßige Verwaltung) und in § 15 Abs. 3 WEG a.F. (ordnungsmäßiger Gebrauch) behandelt. Beide sind nunmehr zusammen in §  18 Abs.  2 WEG normiert. Mit der Neuregelung geht zwar keine inhaltliche Änderung der jeweiligen Ansprüche einher, so dass insoweit auf die bisherige Rechtsprechung zurückgegriffen werden kann. Adressatin des Anspruchs ist aber im Gegensatz zur früheren Rechtslage die Wohnungseigentümergemeinschaft und dies ausschließlich.

6.2

Hinweis

§  18 Abs.  2 WEG ist nicht zwingend. Er kann gem. §  10 Abs.  1 Satz 2 WEG durch Vereinbarung modifiziert oder sogar gänzlich abbedungen werden (str.).2)

Selbst wenn die Abdingbarkeit bejaht wird, soll im Hinblick auf den Anspruch auf ordnungsmäßige Verwaltung immer noch ein Rückgriff auf §  242 BGB möglich sein.3)

1)

WEMoG v. 22.10.2020, BGBl I, 2187.

2)

Merle, in: Bärmann, WEG, §  21 Rdnr. 51; Heinemann, in: Jennißen, , §  Rdnr. 41.