Mandatssituation 5.1: Aufenthaltsbestimmung bei Getrenntleben/Einstweiliger Rechtsschutz

Autor: Kraft

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Die Eheleute Schuster haben sich nach längerer Ehekrise voneinander getrennt. Frau Schuster hielt die angespannte und konfliktreiche Situation zu Hause nicht mehr aus und zog ohne Absprache mit den Kindern Tom (13), Leni (7) und Bruno (5) in eine eigene Wohnung. Herr Schuster versteht sich als gleichwertige Hauptbezugsperson der Kinder und möchte, dass die Kinder in der Ehewohnung bleiben und von ihm betreut werden. Welche Maßnahmen kann er ergreifen?

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Stellen Sie zeitnah gerichtliche Anträge!

Prüfen Sie auch, ob Sie den Fall zu vertretbaren wirtschaftlichen Konditionen bearbeiten können.

Scheuen Sie sich nicht, mit dem Mandanten über die Möglichkeit einer Vergütungsvereinbarung (Zeithonorar!) zu verhandeln.

Bei Dringlichkeit sollten zur Beschleunigung sogleich im ersten Beratungstermin der Inhalt und die Formalien einer eidesstattlichen Versicherung mit dem Mandanten besprochen und diese ggf. verfasst werden.

Der Mandant sollte das Jugendamt informieren.

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Außergerichtliche Beratung

Im Fall der Trennung darf ein Elternteil nicht gegen den Willen des Mitsorgeberechtigten über eine Veränderung des Wohnorts des Kindes bestimmen. Können sich die Eltern nicht einigen, muss eine gerichtliche Entscheidung eingeholt werden (§ 1671 BGB ).

Grundsätzlich gilt, dass ein von einem Elternteil rechtswidrig aus der bisherigen Umgebung entferntes Kind zurückzuführen ist, wenn nicht erhebliche Kindesinteressen entgegenstehen. Entsprechend sollte die Gegenseite unverzüglich unter kurzer Fristsetzung aufgefordert werden, die Kinder in die Ehewohnung zurückzubringen und an einer vorläufigen gemeinsamen Betreuungsregelung in der Ehewohnung mitzuwirken. Kommt der andere Elternteil dieser Aufforderung nicht nach, kann die Rückführung und Herausgabe des Kindes nach § 1632 BGB im Wege der einstweiligen Anordnung beantragt werden (OLG Stuttgart, FamRZ 1999, 39 ; AG Bad Iburg, FamRZ 2000, 1036).

Jeder Fall ist anders – das sagt die Erfahrung. Und doch gibt es typische Mandatssituationen, mit denen jeder Anwalt, der familienrechtliche Mandate bearbeitet, regelmäßig konfrontiert wird.

Und das bieten Ihnen „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

  • Rund 100 typische Mandatssituationen, jeweils strukturiert nach:
    Sachverhalt/Checkliste/Lösung/Verfahren/Muster
  • Instruktive Einführungen in die einzelnen Rechtsthemen
  • Checklisten und Muster
  • Praxistipps zur Mandatsstrategie
  • Warnhinweise auf Haftungsfallen
  • 30.000 Gerichtsentscheidungen
  • Kompetente Autoren aus Justiz und Anwaltschaft

Und so beurteilt die Fachpresse „Die 100 typischen Mandate im Familienrecht“:

Rechtsanwalt Ralf Hansen, Düsseldorf, bei: Juralit, Juli 2016 (Online-Rezension)
„Das Handbuch ist insbesondere zur Entwicklung angemessener Strategien in Familienrechtsfällen sehr gut einsetzbar. Es wird seinem Titel sehr gerecht, da letztlich alle wichtigen Fallkonstellationen diskutiert und Lösungen zugeführt werden, die gut umsetzbar sind. Das inzwischen in fünfter Auflage erschienene Praxishandbuch bietet eine Fülle von Informationen, Hinweisen und Lösungsansätzen, die für die Praxis sehr nützlich sind.“
Rechtsanwältin Beatrix Ruetten, Hamburg, in: NZFamR 2015, Heft 8 (zur Vorauflage):
„Das Werk sollte in keiner Kanzlei mit familienrechtlichen Mandaten fehlen und dient auch dem erfahrenen Praktiker zum schnellen Einstieg in die Lösung.“
Rechtsanwalt Dirk Vianden, Bonn, in: FuR 2015, Heft 1 (zur Vorauflage):
„Herausgeber und Autoren sind zu beglückwünschen zu dieser umfassenden Abhandlung, aus deren Nutzung jeder, der familienrechtliche Anfänger, aber auch der sogenannte Routinier seinen Gewinn ziehen wird.“