BVerfG - Beschluß vom 11.10.1960
1 BvL 2/59; 1 BvL 35/59
Normen:
GG Art. 3 Abs. 1 ; RVO § 225 § 225a § 245 Abs. 1 § 248 § 250 § 251 Abs. 2 ; GSv (Selbstverwaltungsgesetz) § 14 Abs. 3 ; WRV Art. 161 ;
Fundstellen:
BVerfGE 11, 310
AP Nr. 73 zu Art. 3 GG
BB 1961, 136
DÖV 1963, 627
SGb 1961, 328
Vorinstanzen:
SG Detmold, vom 10.12.1958 - Vorinstanzaktenzeichen Kr 328/54
SG Dortmund, vom 27.08.1959 - Vorinstanzaktenzeichen S 2 Kr 97/57

Verfassungsmäßigkeit des § 14 Abs. 3 Selbsverwaltungsgesetz

BVerfG, Beschluß vom 11.10.1960 - Aktenzeichen 1 BvL 2/59; 1 BvL 35/59

DRsp Nr. 1996/7461

Verfassungsmäßigkeit des § 14 Abs. 3 Selbsverwaltungsgesetz

Daß § 14 Abs. 3 GSv die Mitwirkung der Arbeitnehmer bei Errichtung einer Innungskrankenkasse auf die Zustimmung der Gesellenausschüsse beschränkt und eine Urabstimmung aller Beschäftigten ausschließt, könnte als Verletzung des Grundsatzes der Demokratie, wegen der Benachteiligung der in den Gesellenausschüssen nicht vertretenen Arbeitnehmer auch als Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz verfassungsrechtlichen Bedenken begegnen. Die Bestimmung ist aber mit dem Grundgesetz vereinbar.

Normenkette:

GG Art. 3 Abs. 1 ; RVO § 225 § 225a § 245 Abs. 1 § 248 § 250 § 251 Abs. 2 ; GSv (Selbstverwaltungsgesetz) § 14 Abs. 3 ; WRV Art. 161 ;

Gründe:

A.

Die zur Entscheidung stehenden Gerichtsvorlagen betreffen die Frage, ob § 225 a RVO, der bei Errichtung von Krankenkassen allgemein eine Urabstimmung der Beteiligten vorschreibt, auch auf die Errichtung von Innungskrankenkassen anzuwenden ist.