6/7.1.1 Grundgedanke der Entgeltfortzahlung

Autor: Weyand
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Literatur: Feichtinger/Malkmus (Hrsg.), Entgeltfortzahlungsrecht, Handkommentar, 2. Aufl. 2010; Kunze/Wedde, Entgeltfortzahlungsgesetz, 4. Aufl. 2015; Schmitt, Entgeltfortzahlungsgesetz und Aufwendungsausgleichsgesetz, 7. Aufl. 2012; vom Stein/Rothe/Schlegel (Hrsg.), Gesundheitsmanagement und Krankheit im Arbeitsverhältnis, 2015.

Arbeit und Entgelt

Arbeit und Arbeitsentgelt stehen in einem gegenseitigen Austauschverhältnis611 Abs. 1 erster und zweiter Halbsatz BGB). Ist der Arbeitnehmer an der Arbeitsleistung verhindert, ohne dass dies Arbeitnehmer oder Arbeitgeber zu vertreten haben, wird der Arbeitnehmer zwar von der Pflicht zur Erbringung der Arbeitsleistung frei, § 275 BGB; er verliert jedoch auch den Anspruch auf das Arbeitsentgelt, § 323 Abs. 1 BGB.

Leistungsverhinderung wegen Krankheit

Diesen Grundsatz ("Ohne Arbeit kein Lohn") durchbricht das EFZG aus sozialen Erwägungen für den Fall der Leistungsverhinderung des Arbeitnehmers wegen unverschuldeter Krankheit: Die Vorschriften über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall verpflichten den Arbeitgeber zur Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfall, wenn der Arbeitnehmer ohne sein Verschulden an der Arbeitsleistung verhindert ist; soweit die Entgeltfortzahlungsvorschriften zur Anwendung kommen, tritt § 323 BGB zurück.

Rechtsgrundlagen