BVerfG - Beschluß vom 16.11.1993
1 BvR 258/86
Normen:
BGB § 611a Abs. 1 S. 3, Abs. 2 ; GG Art. 3 Abs. 2 ;
Fundstellen:
AP Nr. 115 zu § 242 BGB Gleichbehandlung
AP Nr. 205 zu Art. 3 GG
AP Nr. 9 zu § 611a BGB
ARST 1994, 122
AuR 1994, 110
BB 1994, 502
BVerfGE 89, 276
BetrR 1994, 42
DB 1994, 1292
DRsp V(510)146b
DRsp VI(604)199a-b
EuGRZ 1994, 135
EzA § 611a BGB Nr. 9
EzA Art 3 GG Nr. 43
EzFamR BGB § 611a Nr. 1
EzFamR aktuell 1994, 90
FamRZ 1994, 429
GewArch 1994, 157
JA 1994, 366
JuS 1994, 704
MDR 1994, 488
NJ 1994, 190
NJW 1994, 647
NVwZ 1994, 472
NZA 1994, 745
PersR 1994, 184
SAE 1995, 221
Vorinstanzen:
LAG Frankfurt/Main, vom 04.12.1985 - Vorinstanzaktenzeichen 2 Sa 625/85

Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz

BVerfG, Beschluß vom 16.11.1993 - Aktenzeichen 1 BvR 258/86

DRsp Nr. 1994/2412

Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz

»1. Bei Vorschriften, die grundrechtliche Schutzpflichten erfüllen sollen, ist das maßgebende Grundrecht dann verletzt, wenn ihre Auslegung und Anwendung den vom Grundrecht vorbezeichneten Schutzzweck grundlegend verfehlt.2. § 611a BGB ist danach im Lichte des Art. 3 Abs. 2 GG so auszulegen und anzuwenden, daß Arbeitsuchende bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses wirksam vor Benachteiligungen wegen des Geschlechts geschützt werden.«

Normenkette:

BGB § 611a Abs. 1 S. 3, Abs. 2 ; GG Art. 3 Abs. 2 ;

Gründe:

A. Die Verfassungsbeschwerde betrifft die Gleichbehandlung von Männern und Frauen, die sich um einen Arbeitsplatz bewerben.

I. Nach § 611a BGB dürfen Arbeitsuchende wegen ihres Geschlechts nicht benachteiligt werden. Die Vorschrift lautet: