BAG - Urteil vom 25.03.2015
5 AZR 458/13
Normen:
AGG § 1; AGG § 3 Abs. 1 S. 1; AGG § 7 Abs. 1; AGG § 7 Abs. 2; AGG § 10; AGG § 33 Abs. 1; BGB § 133; BGB § 151; BGB § 157; BGB § 187 Abs. 1; BGB § 288 Abs. 1 S. 2; BGB § 291; AEUV Art. 267 Abs. 3; Richtlinie 2000/78/EG Art. 16 Buchst. b; Richtlinie 2000/78/EG Art. 18;
Fundstellen:
AP AGG § 7 Nr. 6
BB 2015, 2036
DStR 2015, 12
EzA-SD 2015, 9
NZA 2015, 1059
NZA-RR 2015, 5
Vorinstanzen:
LAG Niedersachsen, vom 25.03.2013 - Vorinstanzaktenzeichen 8 Sa 1081/12
ArbG Wilhelmshaven, vom 10.07.2012 - Vorinstanzaktenzeichen 1 Ca 75/12

Verfassungsmäßigkeit der unechten Rückwirkung der Regellösungen des AGG

BAG, Urteil vom 25.03.2015 - Aktenzeichen 5 AZR 458/13

DRsp Nr. 2015/14001

Verfassungsmäßigkeit der unechten Rückwirkung der Regellösungen des AGG

Orientierungssätze des Gerichts: 1. Das AGG regelt nicht rückwirkend Sachverhalte, die bei Inkrafttreten des Gesetzes am 18. August 2006 bereits abgeschlossen waren, es findet jedoch Anwendung, wenn die Benachteiligung auf einer vor Inkrafttreten des AGG geschlossenen Vereinbarung beruht und der Sachverhalt bei Inkrafttreten des AGG noch nicht abgeschlossen war. 2. Die unechte Rückwirkung einer Rechtsnorm wird durch den Grundsatz des Vertrauensschutzes und das Verhältnismäßigkeitsprinzip begrenzt. Die bloße allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde künftig unverändert fortbestehen, genießt ohne Hinzutreten besonderer Umstände keinen verfassungsrechtlichen Schutz.

1. Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen vom 25. März 2013 - 8 Sa 1081/12 - wird zurückgewiesen.

2. Die Beklagte hat die Kosten der Revision zu tragen.

Von Rechts wegen!

Normenkette:

AGG § 1; AGG § 3 Abs. 1 S. 1; AGG § 7 Abs. 1; AGG § 7 Abs. 2; AGG § 10; AGG § 33 Abs. 1; BGB § 133; BGB § 151; BGB § 157; BGB § 187 Abs. 1; BGB § 288 Abs. 1 S. 2; BGB § 291; AEUV Art. 267 Abs. 3; Richtlinie 2000/78/EG Art. 16 Buchst. b; Richtlinie 2000/78/EG Art. 18;

Tatbestand:

Die Parteien streiten wegen einer Altersstufenregelung über die Höhe der geschuldeten Vergütung im Zeitraum Juni 2011 bis Mai 2012.