Autor: Wiek

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Nach §  545 Satz 1 BGB verlängert sich das Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit, wenn der Mieter nach Ablauf der Mietzeit den Gebrauch der Mietsache fortsetzt, sofern nicht eine Vertragspartei ihren entgegenstehenden Willen innerhalb von zwei Wochen dem anderen Teil erklärt. Bei der vorausgesetzten Beendigung des Mietverhältnisses unterscheidet §  545 BGB nicht zwischen verschiedenen Beendigungstatbeständen. Die Vorschrift greift bei jeder Art der Beendigung ein, also bei Beendigung durch Zeitablauf, Aufhebungsvertrag oder Kündigung, und zwar auch aufgrund vorzeitiger oder fristloser1

Kündigung. Bei einer Beendigung des Mietverhältnisses durch Kündigung gilt §  545 BGB unabhängig davon, ob der Vermieter oder der Mieter gekündigt hat. Ist der Räumungsanspruch tituliert, so ist §  545 BGB unanwendbar.2 Beim Aufhebungsvertrag ist nach dem vereinbarten Zeitpunkt der Beendigung zu unterscheiden.3 Endet das Mietverhältnis sofort und wird dem Mieter lediglich noch eine Räumungsfrist bewilligt, so ist §  nicht anwendbar. Liegt der vereinbarte Beendigungszeitpunkt in der Zukunft, bleibt es bei §  , sofern die Parteien in der Aufhebungsvereinbarung seine Anwendung nicht ausgeschlossen haben. Der Ausschluss kann sich auch durch Auslegung ergeben.