2 Betreuung und Vorsorgevollmacht

Autor: Grziwotz

2.1 Aufgabenkreise

Die Betreuung wird gerichtlich angeordnet, wenn ein Volljähriger aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen kann (§ 1896 Abs. 1 Satz 1 BGB).

Ist die betroffene Person an der Besorgung ihrer gesamten Angelegenheiten gehindert, kann eine Totalbetreuung angeordnet werden. Die Betreuung kann jedoch auch auf bestimmte Bereiche der Personen- und der Vermögenssorge beschränkt werden (siehe hierzu Mandatssituationen 5.8 und 5.9).1

Beispiele aus dem Bereich der Personensorge sind:

Gesundheitsfürsorge/Sicherstellung der ärztlichen Behandlung

Wohnungsangelegenheiten

Bestimmung des Wohnsitzes und des Aufenthalts

Einwilligung in ärztliche Zwangsmaßnahmen

Anordnung freiheitsentziehender Unterbringung

Anordnung freiheitsentziehender Maßnahmen

Umgangsbestimmung

Entscheidung über Angelegenheiten des Fernmeldeverkehrs

Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen

Beispiele für einzelne Vermögensangelegenheiten sind:

Geltendmachung von Rechten des Betreuten

Verwaltung von Immobilien und Geld

Steuerangelegenheiten

Geltendmachung von Sozialleistungen (Wohngeld, Sozialhilfe, Pflegeversicherung, Beihilfen etc.)

Abwicklung einer angefallenen Erbschaft, insbesondere Stellung des Erbscheinsantrags