Ratgeber · KI in der Kanzlei · Stand: Juli 2026

Welche KI-Tools gibt es? Der aktuelle Überblick für Kanzleien

Der Markt an KI-Werkzeugen für Kanzleien ist 2026 deutlich unübersichtlicher geworden als noch vor zwei Jahren. Neben den bekannten allgemeinen Chatbots wie ChatGPT, Copilot oder Claude haben sich spezialisierte juristische Lösungen etabliert, die auf deutschem Recht trainiert sind. Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Tools nach Einsatzfeld ein.

Legal-AI: speziell für die Kanzlei entwickelt

Diese Tools sind nicht einfach nur juristisch eingefärbte Chatbots, sondern auf die konkreten Abläufe einer Kanzlei zugeschnitten – von der Aktenanalyse bis zur Integration in bestehende Kanzleisoftware.

Kategorie Beispiele Besonders geeignet für
Legal-AI (aus Akten lernend) Deubner KI Associate Mandatsanalyse und Schriftsatzerstellung auf Basis der eigenen Aktenlage
Spezialisierte Legal-AI Beck-Noxtua, AnNoText Expert AI, BEAMON AI Recherche auf deutscher Rechtsgrundlage, Vertragsprüfung, Integration in Kanzleisoftware
Allgemeine KI-Chatbots ChatGPT, Microsoft 365 Copilot, Claude, Gemini Texterstellung, Recherche-Einstieg, Zusammenfassungen
KI-Sekretariat Tools für Telefon-KI & digitale Mandatsaufnahme Entlastung im Empfang, Ersttermin-Organisation

Allgemeine KI-Chatbots

Allgemeine Sprachmodelle sind nicht speziell für juristische Anwendungsfälle trainiert, eignen sich aber gut für Texterstellung, erste Recherche-Schritte und Zusammenfassungen – solange die Ergebnisse anwaltlich geprüft werden.

ChatGPT

Breite Verfügbarkeit, hoher Bekanntheitsgrad, viele Zusatzfunktionen über Plugins/GPTs.

Microsoft 365 Copilot

Direkt in Word, Outlook und Excel integriert – praktisch für den Kanzleialltag ohne Toolwechsel.

Claude

Starke Leistung bei langen Dokumenten und komplexer Textanalyse.

Gemini

Tief in Google-Workspace-Anwendungen integriert.

KI-Sekretariat & Mandatsannahme

Eine dritte Kategorie zielt nicht auf juristische Textarbeit, sondern auf die Organisation: Telefon-KI, digitale Mandatsaufnahme und automatisierte Ersttermin-Buchung entlasten den Empfang und sorgen dafür, dass Mandanteninformationen von Anfang an digital und strukturiert vorliegen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

  • Rechtsgrundlage: Ist das Tool auf deutsches Recht trainiert oder ein allgemeines Modell?
  • Integration: Lässt sich das Tool in die bestehende Kanzleisoftware einbinden, oder entsteht ein Medienbruch?
  • Datenschutz: Werden Daten DSGVO-konform verarbeitet, ohne Ablage in öffentlichen Domains?
  • Einsatzfeld: Liegt der Schwerpunkt auf Recherche, Vertragsprüfung, Schriftsatzerstellung oder Kanzleiorganisation?

Wichtig

Unabhängig vom gewählten Tool bleibt die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht nach § 43a Abs. 2 BRAO bestehen. Mandantendaten gehören nur in geprüfte, vertraglich abgesicherte Umgebungen.

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