Ihr Nutzen auf einen Blick
- Bestimmung des anwendbaren Rechts
- Systematischer Überblick über die relevanten EU-Verordnungen (HUntStProt, EU-Güterrechts-VO)
- Güterrechtliche Auseinandersetzung bei binationalen Ehen
- Praktische Hinweise zur internationalen Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen
- Verfahrenstaktische Strategien und Gestaltungsmöglichkeiten
- Interaktiv: Sie erhalten Gelegenheit, individuelle Fragen an den Referenten zu stellen
Alle Teilnehmer erhalten eine Teilnahmebescheinigung nach § 15 FAO.
Der geschiedene Ehegatte lebt im Ausland und zahlt nicht. Das während der Ehe erworbene Ferienhaus in Spanien soll aufgeteilt werden. Ein polnischer Mandant will Kindesunterhalt von der in Deutschland lebenden Mutter. Unterhalts- und Güterrechtsfälle mit Auslandsbezug sind komplex – und werden immer häufiger. Wer hier nicht über solides IPR-Wissen verfügt, tappt schnell in teure Fallen.
Das internationale Unterhaltsrecht wurde durch das Haager Unterhaltsprotokoll (HUntProt 2007) und die EU-Unterhaltsverordnung weitgehend vereinheitlicht. Die EU-Güterrechtsverordnungen haben seit 2019 neue Maßstäbe gesetzt. Doch in der Praxis bleiben viele Fragen: Welches Recht gilt für den Unterhalt? Wo muss geklagt werden? Wie werden ausländische Unterhaltstitel vollstreckt? Welches Güterrecht findet Anwendung? Was gilt für vor 2019 geschlossene Ehen? Und welche Gestaltungsmöglichkeiten durch Rechtswahl bestehen?
Die Herausforderung liegt nicht nur im materiellen Recht: Verfahrensrechtliche Besonderheiten, internationale Zuständigkeiten, Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Entscheidungen – all das muss zusammen gedacht werden. Hinzu kommen praktische Hürden wie die Ermittlung ausländischer Einkommen, die Bewertung ausländischen Vermögens oder die Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden und Anwälten. Wer diese Zusammenhänge nicht kennt, riskiert nicht nur erfolglose Verfahren, sondern auch Haftungsrisiken gegenüber der Mandantschaft.
Dieses Webinar vermittelt Ihnen das notwendige Rüstzeug für die sichere Bearbeitung internationaler Unterhalts- und Güterrechtsfälle. Nicole Rinau, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht mit langjähriger Expertise im internationalen Familienrecht, erklärt systematisch die kollisionsrechtlichen Grundlagen und deren praktische Anwendung. Sie lernen, wie Sie das anwendbare Recht bestimmen, welche internationalen Zuständigkeiten bestehen und wie Sie Ansprüche grenzüberschreitend durchsetzen. Anhand konkreter Fallbeispiele werden typische Konstellationen durchgespielt – vom internationalen Kindesunterhalt über die Durchsetzung von Ehegattenunterhalt im Ausland bis zur güterrechtlichen Auseinandersetzung bei Immobilien in verschiedenen Ländern. Sie erfahren, welche verfahrenstaktischen Möglichkeiten Sie haben und wo typische Stolperfallen lauern. Die umfassenden Seminarunterlagen unterstützen Sie bei der konkreten Mandatsbearbeitung und machen Sie fit für diese anspruchsvollen Mandate.
Die Inhalte des Webinars:
- Grundlagen
- Internationale Zuständigkeit
- Anwendbares Recht
- Materielle Unterhaltsansprüche nach ausländischem Recht
- Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen im Ausland
- Geltendmachung ausländischer Unterhaltsansprüche in Deutschland
- Güterrechtliche Auseinandersetzung mit Auslandsbezug
- Eheverträge und Güterrechtswahlvereinbarungen
- Anerkennung und Vollstreckung güterrechtlicher Entscheidungen
- Verfahrenstaktische Überlegungen
- Praktische Mandatsführung
Die Referentin
Nicole Rinau, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin Sozialrecht in Berlin und wiederkehrend gelistet als Focus-Top-Anwältin Familienrecht
Zielgruppe
(Fach-)Anwälte und Anwältinnen für Familienrecht