Miet- und WEG-Recht -

Verdacht auf Rauschgifthandel kann Kündigung rechtfertigen

Bei dem Verdacht, dass der Mieter mit Rauschgift handelt, kann unter Umständen die Kündigung des Mietvertrags gerechtfertigt sein. Das hat das  Amtsgericht Frankfurt am Main entschieden. Strafrechtlich relevantes Verhalten kann demnach auch eine Vertragspflichtverletzung darstellen.  Ob eine Kündigung des Mietvertrages gerechtfertigt ist, hängt vom Einzelfall ab.

Darum geht es

Hintergrund der Entscheidungen waren polizeiliche Durchsuchungen und eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Drogenhandelns gegen Bewohner in der sog. „Platensiedlung“ in Frankfurt am Main, welche die Wohnungsgesellschaft zum Anlass für die außerordentliche Kündigung der betroffenen Mietverhältnisse nahm.

Wesentliche Entscheidungsgründe

Grundsätzlich steht es dem Mieter frei, die von ihm angemieteten Räume vertragsgemäß zu nutzen. Strafrechtlich relevante Verhaltensweisen, die auch eine Vertragspflichtverletzung darstellen können, rechtfertigen eine Kündigung des Mietvertrages nur dann, wenn dies mit einer Außenwirkung verbunden ist.

Solange der Mieter den Bereich seiner Wohnung nicht verlässt und deren Bestand durch die Nutzung nicht gefährdet ist, verbietet sich eine pauschale Betrachtung und die Umstände des Einzelfalls sind maßgeblich.

Liegen jedoch Indizien vor, die den Rückschluss auf ein Handeltreiben mit Rauschgift aus der Wohnung heraus zulassen, ist dies von der Nutzung der Wohnung nicht mehr gedeckt und stellt eine Verletzung der vertraglichen Pflichten dar.

Herangezogen werden kann im Regelfall das Auffinden von Rauschgift in einer den Eigenbedarf übersteigenden Menge. Auch Waffen und größere Geldbeträge sind geeignet, den Verdacht zu begründen. In einem so gelagerten Fall haftet der Mieter auch für das Verhalten von Mitbewohnern.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Amtsgericht Frankfurt am Main, Urt. v. 06.02.2019  - 33 C 2815/18 (51) und Urt. v. 08.02.2019 - 33 C 2802/18 (50)

Quelle: Amtsgericht Frankfurt am Main, Pressemitteilung v. 08.02.2019

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